Sieben Deutsche beim Rasen-Klassiker in Runde 1 draußen

Tennis: Alexander Zverev erlebt Wimbledon-Fiasko

© REUTERS, TOBY MELVILLE, ao

1. Juli 2019 - 20:44 Uhr

Zverev besiegelt deutsches Komplett-Desaster

Die deutschen Tennis-Profis sind am ersten Wimbledon-Tag 'gefallen wie die Fliegen'. Sieben von 14 Startern müssen schon nach Runde 1 des Rasen-Klassikers die Koffer packen. Der große Hoffnungsträger Alexander Zverev machte das Komplett-Desaster des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) perfekt.

Schwarzer Montag für das deutsche Tennis

Alexander Zverev ist zum Auftakt des prestigeträchtigsten Grand-Slam-Turniers krachend gescheitert. Der Weltranglisten-Fünfte verlor in Wimbledon gegen den tschechischen Qualifikanten Jiri Vesely (Nr. 124 der Welt) mit 6:4, 3:6, 2:6, 5:7 und kassierte damit erstmals seit den French Open 2017 wieder eine Erstrunden-Pleite bei einem Grand-Slam-Turnier.

"Das war ein typisches Grand-Slam-Match für mich. Ich bin gut gestartet, dann gehen zwei, drei Dinge schief und irgendwie fällt alles auseinander", sagte Zverev bitter enttäuscht: "Mein Selbstvertrauen ist gerade weniger als Null."

Zverev konnte sich im ersten Satz noch auf seinen Service verlassen, im zweiten Durchgang kippte das Match aber. Der 22-Jährige fing sich nicht mehr und muss damit weiter auf seinen Durchbruch bei einem Major-Turnier warten. Stattdessen besiegelte er den schwarzen Montag für das deutsche Tennis.

Kohlschreiber hält sich gegen Djokovic wacker

Zuvor waren schon Zverevs älterer Bruder Mischa, Peter Gojowczyk und Cedrik-Marcel Stebe an ihren Auftakthürden gescheitert. Mischa Zverev hatte beim 2:6, 4:6, 4:6 gegen den Belgier Steve Darcis ebenso null Chance wie Gojowczyk beim 3:6, 2:6, 3:6 gegen Roberto Bautista Agut aus Spanien und Stebe beim beim 3:6, 6:7, 1:6 gegen US-Aufschlag-Riese Reilly Opelka.

Einzig Oldie Philipp Kohschreiber verkaufte sich im Duell mit Tennis-Goliath Novak Djokovic teuer, auch wenn er die Sensation klar verpasste. Der 35-Jährige unterlag dem Weltranglisten-Ersten aus Serbien mit 3:6, 5:7, 3:6. Nach 2:03 Stunden beendete der 'Djoker' das Match.

Dabei hatte Kohlschreiber einen perfekten Start erwischt und direkt ein Break geschafft. Danach ließ er aber viele Chancen liegen, was Djokovic eiskalt bestrafte. Spätestens in Satz 3 hatte der Topfavorit dann Betriebstemperatur erreicht und ließ 'Kohli' keine Chance.

Auch die deutschen Frauen chancenlos

epa04280108 Mona Barthel of Germany plays Petra Kvitova of the Czech Republic in their second round match during the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 25 June 2014. EPA/ANDY RAIN +++(c) dpa - Bildfunk+++
Für Mona Barthel dauerte Wimbledon 2019 nur ganz kurz
© dpa, Andy Rain

Bei den deutschen Damen lief es nicht besser. Mona Barthel verlor gegen die Tschechin Marie Bouzkova 3:6, 3:6. Anna-Lena Friedsam musste nach einem 4:6, 4:6 gegen die Russin Margarita Gasparjan die Segel streichen.

Sieben Pleiten, dazu das Zverev-Fiasko - ein desaströser Start für den DTB auf dem 'Heiligen Rasen'. Die Hoffnungen Tennis-Deutschlands ruhen jetzt noch stärker auf Vorjahressiegerin Angelique Kerber.

Osaka überraschend draußen

Im Frauen-Feld gab es zum Wimbledon-Start zudem die ersten Favoritinnen-Stürze: Die Weltranglisten-Zweite Naomi Oska aus Japan scheiterte mit 6:7, 2:6 überraschend an der Kasachin Julia Putinzewa.

Auch für die an Position 11 gesetzte French-Open-Finalistin Marketa Vondrousova war in Runde 1 Endstation. Die Tschechin unterlag Madison Brengle aus den USA 4:6, 4:6.

Venus Williams unterliegt 15-jährigem Supertalent

Eine Pleite setzte es auch für Venus Williams. Die siebenmalige Major-Siegerin verlor das Generationen-Duell gegen das 15-jährige US-Supertalent Cori Gauff mit 4:6, 4:6.

Gauff gilt als das derzeit größte Talent im Frauentennis. Die Schwestern Serena (37) und Venus Williams (39) bezeichnet sie als ihre Vorbilder. Über die Qualifikation hatte Gauff als jüngste Spielerin der Open-Ära (seit 1968) das Hauptfeld beim Rasen-Klassiker in London erreicht. Als jüngste Spielerin seit 1991 schaffte sie es in die 2. Runde.

"Ich lebe meinen Traum im Moment", sagte Gauff, die nach dem Matchball Freudentränen vergoss: "Ich hätte niemals geglaubt, so weit zu kommen."