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Teningen: Siebenjähriger sticht auf Lehrerin ein - dabei hatte die Grundschule die Behörden vor ihm gewarnt

Zweitklässler sticht seiner Lehrerin in den Bauch.
Zweitklässler sticht seiner Lehrerin in den Bauch. Schule warnte die Behörden vor dem Jungen. 01:21

Lehrer warnt in Brief an Freiburger Schulamt vor dem Jungen

Nach dem Messerangriff eines sieben Jahre alten Jungen auf seine Lehrerin in Teningen (Baden-Württemberg) hat sich nun auch das Kultusministerium in Stuttgart eingeschaltet. Demnach sei man erschüttert von dem Vorfall. Es soll umfassend geklärt werden, was vorgefallen sein soll. Die Behörde habe bereits einen entsprechenden Bericht beim Staatlichen Schulamt Freiburg und beim zuständigen Regierungspräsidium in Freiburg angefordert.

"Fühle mich nicht mehr in der Lage, für die Sicherheit meiner Schüler zu garantieren"

Wie die 'Bild'-Zeitung wissen will, hatte die Schule schon vor dem Angriff darauf hingewiesen, dass der Junge gewalttätig sei. Das Blatt beruft sich auf einen Brief, der Ende Januar ans Freiburger Schulamt ging. Darin beschreibt ein Lehrer seine Hilflosigkeit: "Aufgrund der täglichen Vorfälle (Beißen und Schlagen von Mitschülern und Lehrern, Zerschlagen des Lineals auf dem Kopf eines Mitschülers, Werfen von Stühlen...) und seiner stetigen Unberechenbarkeit, fühle ich mich nicht mehr in der Lage, die Sicherheit meiner Schüler zu garantieren."

In dem Brief wird darum gebeten, das Verfahren zu beschleunigen, um den Schüler auf eine spezielle Schule zu überweisen, wo besser mit ihm umgegangen werden könne. Bislang hat das Schulamt zu dem Bericht keine Stellung genommen.

Lehrerin wirft Behörden vor, den Fall zu verharmlosen

Auch die verletzte Lehrerin meldete sich zu Wort. Sie habe den Jungen auf den Flur gesetzt, weil er den Unterricht gestört habe. Als sie nach ihm gesehen habe, hielt er ihren Angaben zufolge das Messer in der Hand. "Ich sagte, er solle es mir geben. Ich hatte Angst, dass er andere Kinder verletzt", sagte sie der 'Bild'-Zeitung. Sie habe ihm das Messer wegnehmen wollen, woraufhin der Junge sie in den Bauch stach. Sie wurde im Krankenhaus operiert und habe Panikattacken, wenn sie an die Schule denke. "Ich leide noch heute unter dem Angriff und finde es schlimm, dass das so verharmlost wird."

Ihre Angaben unterscheiden sich stark von früheren Aussagen der Polizei. "Wir haben versucht, die Dramatik herunterzustufen, die letztendlich gar nicht vorhanden war, ohne es herunterzuspielen", hatte ein Polizeisprecher der 'Badischen Zeitung' nach dem Angriff berichtet. Die Attacke sei offenbar nicht gezielt erfolgt. Der Junge habe das Messer wahrscheinlich nicht von Zuhause mitgebracht, sondern es aus einer Bastelecke in der Nähe genommen.

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