Hätte der Unfall verhindert werden können?

Teneriffa: Wasserrutsche zerreißt Schottin die Gebärmutter

© Youtube/Captain Cook

22. Juli 2019 - 9:16 Uhr

Rutschen, schwimmen, Spaß haben... Not-OP!

Eigentlich wollte Toni Steedman im Aqualand in Costa Adeje auf Teneriffa gemeinsam mit ihrem Mann Adam seinen Geburtstag feiern. Rutschen, schwimmen, Spaß haben stand auf dem Programm – bis die 25-jährige Schottin sich auf die etwa 20 Meter hohe Steilrutsche "Kamikaze" wagte. Die extrem steile Turborutsche mit Freifall-Element zerfetzte ihre Gebärmutter. Die Folge: Notoperation. Hätte der Vorfall verhindert werden können?

Es floss so viel Blut, dass der Arzt die Untersuchung abbrechen musste

Die Kamikaze beginnt mit einem freien Fall, nach dem Aufprall geht es weiter steil bergab: "Die Rutsche war wirklich schnell und als ich unten ankam, fühlte es sich an, als würde etwas in mir platzen. Als ich aufstand, wollte ich auf die Toilette gehen. Dabei fiel mir auf, dass zwischen meinen Beinen alles voller Blut war", berichtet die Schottin "The Sun". Als ein Arzt kam und sie darum bat, die Beine zu öffnen, strömte so viel Blut heraus, dass die Untersuchung nicht fortgeführt werden konnte. Die zweifache Mutter verlor so viel Blut, dass sie immer wieder beinahe in Ohnmacht fiel.

Toni Steedman
Toni Steedman hatte nach dem Rutschen Angst um ihr Leben.
© Facebook/Toni Steedman

„Ich dachte, ich würde meine Kinder nie wieder sehen“

Daraufhin wurde sie in das Krankenhaus Teneriffa-Nord gebracht und dort notoperiert. Die durch den Wasserdruck verursachte, sieben Zentimeter lange Fleischwunde an ihrer Gebärmutter wurde genäht: "Als sie mir einen Defibrillator an mein Bett stellten, dachte ich, ich würde meine Kinder nie wieder sehen." Nach drei Tagen durfte die traumatisierte Schottin die Klinik in Begleitung ihres Mannes verlassen, die Heilung der inneren Verletzungen dauert mehrere Wochen.

Hätte der Unfall verhindert werden können?

Laut der 25-Jährigen hat das Sicherheitspersonal sie vor dem Rutschen nicht darauf hingewiesen, dass sie währenddessen die Hände vor dem Körper falten oder die Beine kreuzen sollte. Vor allem wegen des abrupten Abbremsens im Wasserkanal am Ende der Rutsche ist es wichtig, die Beine geschlossen zu halten. Damit bei den hohen Geschwindigkeiten die Arme nicht in die Höhe gerissen werden und gegen die Rutsche knallen, ist es wichtig, sie vor dem Körper zu verschränken. Toni Steedman ist sich sicher: "Sie haben gar nichts zu mir gesagt, bevor ich losgerutscht bin. Sie hätten den Unfall verhindern können."

Ein Gebärmutterriss, fachlich Uterusruptur genannt, passiert in den meisten Fällen während der Geburt. Laut Experten liegt das Risiko bei 1: 1500. Kommt es zu Komplikationen, wird die Gebärmutter vom Körper ab- oder angerissen und die Patientin verliert viel Blut. Sie bekommt plötzliche Unterleibsschmerzen und die Symptome ähneln denen eines Kreislaufschocks: Plötzlicher Druckabfall, Herzrasen bis hin zum Verlust des Bewusstseins. Wenn Betroffenen nicht geholfen wird, können sie innerlich verbluten, so dass es sich bei einer Uterusruptur um eine lebensbedrohliche Komplikationen handelt. Vor allem eine Gebärmutter, die bereits Narben von vorangegangenen Eingriffen aufweist, ist gefährdet. Denn nicht alle verheilten Wunden halten einer Geburt stand. Darüber hinaus kann auch eine ungüstige Lage des Kindes dazu führen, aber auch Erkrankungen, die die Anatomie betreffen – unter anderem die Endometriose.