Wellenbrecher-Lockdown im November

Wut und Verzweiflung bei Wirten und Hotelbetreibern

30. Oktober 2020 - 9:30 Uhr

Im Video: Es bleibt zum Leben nichts übrig

Um die explodierenden Corona-Neuinfektionen einzudämmen, hat die Bundesregierung mit den Ländern den befürchteten "Wellenbrecher"-Lockdown beschlossen. Besonders betroffen: Gastronomen und Hotelbetreiber. Restaurants müssen im November schließen, Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. "Viele Unternehmer der Hotellerie und Gastronomie schwanken zwischen Wut und Verzweiflung", sagt Albrecht von der Hagen vom Verband der Familienunternehmen. Gastronom Uwe Feuchtenbeiner spricht für viele seiner Kollegen: "Es bleibt nichts mehr zum Leben!" 

Gastrobranche fordert schnelle und unbürokratische Entschädigung

Der Hotel- und Gastroverband Dehoga hat angesichts der erneuten Schließungen von Bars, Kneipen und Restaurants schnelle und unbürokratische Hilfen gefordert. "Es ist mehr als konsequent, dass hier eine Entschädigung erfolgt, wenn unsere Branche geschlossen wird, damit die allgemeine Wirtschaft keinen Lockdown erfährt und Schulen geöffnet bleiben", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges am Donnerstagmorgen. "Es ist nun wichtig, dass diese Hilfen für alle Unternehmen in Gastronomie, Hotellerie und Cateringwirtschaft schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden."

Zudem komme es darauf an, wie sorgfältig die Landesregierungen die am Vortag gefassten Beschlüsse der Bundesregierung und der Länderchefs umsetzten. "Das muss besser gemacht werden als die Beherbergungsverbote und Sperrstundenregelungen, die vielfach von Gerichten kassiert wurden", sagte Hartges. "Ich wünsche mir einheitliche und klare Regeln." Auch Klagen gegen die Verordnungen schloss sie nicht aus. Doch bevor darüber entschieden werde, sei es ratsam, "die Verordnungen der Länder abzuwarten und noch wichtiger: die Details der finanziellen Entschädigungsregelungen des Bundes zu kennen."

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Quelle: DPA / RTL.de