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Teilsieg für Separatistenführer: Carles Puigdemont wurde aus dem Gefängnis entlassen

Teilsieg für Separatistenführer: Carles Puigdemont wurde aus dem Gefängnis entlassen

Carles Puigdemont durfte das Gefängnis in Neumünster auf Kaution verlassen

Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont ist unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Der Generalstaatsanwalt von Schleswig-Holstein hatte am Freitag die sofortige Entlassung Puigdemonts aus der Justizvollzugsanstalt Neumünster verfügt. Dutzende Fans erwarteten den 55-Jährigen nach seiner Entlassung vor dem Gefängnis. "Ich möchte mich bei allen bedanken für Ihre Hilfe und Solidarität. Vielen Dank", sagte er auf Deutsch bei einer kurzen Ansprache, die Sie sich im Video ansehen können.

Nach seiner Freilassung muss Puigdemont bestimmte Auflagen erfüllen

Diese Anordung seiner Entlassung sei um 11.14 Uhr ergangen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Der ehemalige katalonische Regionalpräsident habe dem Generalstaatsanwalt "im Laufe des heutigen Vormittags die Leistung einer Sicherheit in Höhe von 75.000 Euro nachgewiesen und mitgeteilt, wo er zukünftig in der Bundesrepublik Deutschland seinen Aufenthalt haben wird. Über seinen derzeitigen Aufenthaltsort werden keine Angaben gemacht."

Für die Haftverschonung hatte das Oberlandesgericht in Schleswig fünf Auflagen festgesetzt: Die Kaution in Höhe von 75.000 Euro. Puigdemont darf Deutschland nicht verlassen und muss außerdem jeden Wechsel des Aufenthaltsortes mitteilen. Einmal wöchentlich muss er bei der Polizei in Neumünster erscheinen. Vorladungen des Generalstaatsanwalts und des Oberlandesgerichts in Schleswig hat Puigdemont Folge zu leisten.

Carles Puigdemont von Vorwurf der Rebellion befreit

Puigdemont saß seit dem 25. März im Gefängnis von Neumünster in Gewahrsam. Er war am selben Tag auf der Rückfahrt von einer Skandinavienreise an der Autobahn 7 in Schleswig-Holstein festgenommen worden war . Grundlage war ein von Spanien erlassener Europäischer Haftbefehl. Am Donnerstag erließ das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein einen Auslieferungshaftbefehl gegen Puigdemont, allerdings nur wegen des Vorwurfs der Untreue, nicht aber der Rebellion - und setzte den Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug. Zudem hält es zum Untreue-Vorwurf weitere Klärungen und mehr Informationen für nötig. Für den Vorwurf der Rebellion hätten dem Katalanen in Spanien bis zu 30 Jahre Haft gedroht.

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Carles Puigdemont kämpft weiter für die Unabhängigkeit Kataloniens

Der katalanische Separatistenführer hat kurz vor seiner Freilassung aus der Justizvollzugsanstalt in Neumünster eine Fortsetzung der Bemühungen zur Abspaltung seiner Region von Spanien angekündigt. "Wir müssen unsere Position beibehalten und niemals zurückweichen", wurde am Freitag auf dem Twitter-Account Puigdemonts gepostet. "Man muss mit Hoffnung und Optimismus in die Zukunft blicken. Wir haben das Recht zu verhindern, dass man uns unsere Zukunft stiehlt", hieß es weiter. Per Hashtag forderte der frühere Regionalpräsident Kataloniens 'LlibertatPresosPolitics' (Freiheit für politische Gefangene).