Teil-Lockdown erstmal verlängert

Markus Söder: „Wir werden uns in den nächsten Wochen genau überlegen, ob das alles reicht“

05. Dezember 2020 - 10:30 Uhr

Ministerpräsidenten und Merkel einigen sich

Auch wenn viele von uns mit ein wenig Sehnsucht auf die Weihnachtsfeiertage schauen, an denen zumindest ein kleines bisschen Lockerung geplant ist, die Linie bleibt klar: Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben in einer Videokonferenz festgehalten, dass der Teil-Lockdown bis zum 10. Januar verlängert wird. "Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist", sagte Merkel. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder denkt sogar über noch härtere Maßnahmen nach – mehr dazu auch im Video.

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Politik reagiert auf die hohen Opferzahlen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich also eine Verschärfung der Maßnahmen vorstellen. "Wir werden uns in den nächsten Wochen genau überlegen, ob das alles reicht", so Söder im RTL-Interview. Es sei die Frage, ob man das Land in diesem Halbschlaf lassen wolle oder ob man an einigen Stellen vielleicht tiefer gehen müsse. "Gerade wegen der steigenden Anzahl der Todesfälle müssen wir stärker rangehen."

Deshalb sei es auch wichtig, dass der Ski-Tourismus in Bayern erst mal verboten und auch in der Schweiz und Österreich ebenfalls eingeschränkt bleibe. "Ich glaube, es ist ein gutes Signal für ganz Europa, dass die Art von Ski-Tourismus, wie wir sie Anfang des Jahres in Ischgl erlebt haben, sich nicht wiederholen kann." Der Ski-Hotspot Ischgl in Österreich hatte sich im Frühjahr 2020 zu einem Corona-Hotspot entwickelt, als sich Tausende Touristen bei Après-Ski mit Covid-19 infiziert hatten.

Hauptgrund für die abermalige Verlängerung des Teil-Lockdowns ist die auffallend hohe Zahl von Corona-Toten. Das RKI meldete heute einen Rekordwert von 487 Corona-Toten innerhalb eines Tages. Deutschland ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Corona-Pandemie noch "sehr weit entfernt" von Zielwerten.

Deutsche Skigebiete: Söder bittet um Geduld

In Bezug auf die deutschen Skigebiete bat der bayerische Ministerpräsident um Geduld. "Wir werden jetzt nochmal genau anschauen, wie die Situation ist, dann mit den jeweiligen Inzidenz-Zahlen. Wenn diese im Gebiet sehr niedrig ist, kann man das alles noch mal besprechen." Söder betonte, dass man den Lockdown nicht ohne Grund verlängert habe. Man dürfe jetzt nicht wieder Schlupflöcher suchen, sondern müsse konsequent bleiben, so der CSU-Chef.

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Altmaier bremst Erwartungen

Fehlender Tourismus gerade in den Skigebieten – ein zusätzlicher Nackenschlag für die Gastronomie und Hotelbranche. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Der verlängerte Teil-Lockdown bedeutet für die deutschen Gastronomen vor allem fehlende Einnahmen. Um die zu kompensieren hatten Bund und Länder bereits für November Finanzhilfen versprochen. Die sollen für Dezember noch einmal verlängert werden.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier warnt im Frühstart von RTL und ntv aber vor zu großen Erwartungen. "Unser Versprechen mit der Finanz-Basuka haben wir ja eingehalten", so Altmaier. Der Staat könne aber nicht in "unbegrenztem Maß Geld für alle Wünsche" ausgeben. "Wenn man in einer der schwersten Rezessionen der Nachkriegsgeschichte ist, bedeutet das, dass viele Menschen dafür einen Preis zahlen", so Altmaier weiter. Die Finanzhilfen könnten nur abmildern, aber kein kompletter Ausgleich sein.

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