2019 M01 11 - 19:33 Uhr

Deutsche Handballer stellen sich hinter Spontanurlauber Reichmann

Der Wirbel um den WM-Frust des aussortierten Nationalspielers Tobias Reichmann hält die deutschen Handballer weiter in Atem. Viele Nationalmannschaftskollegen zeigen aber Verständnis für die Reichmann-Reaktion.

Schneller aus den USA zurück, als aus Italien?

"Er ist Teil des Teams, ein Weltklassespieler. Dass die Frustration groß ist, ist verständlich", sagte Torhüter Silvio Heinevetter: "Aus Amerika ist man mittlerweile schneller wieder hier als wenn man mit dem Auto nach Italien fährt. Von daher ist das kein Problem."

In die gleiche Kerbe schlägt auch Linksaußen Matthias Musche. "Wenn der nicht frustriert ist, wäre mit ihm etwas nicht in Ordnung", sagte Musche: "Das ist ein Riesentraum für uns alle, jeder sollte nachvollziehen, dass er enttäuscht ist. Wir als Mannschaft können das."

"Kann man ihm nicht verübeln"

ARCHIV - 17.01.2018, Kroatien, Zagreb: Handball: EM, Deutschland - Mazedonien, Vorrunde, Gruppe C, 3. Spieltag. Deutschlands Tobias Reichmann verlässt nach Spielende das Spielfeld. (zu dpa-Meldung: «Reichmann fliegt nach WM-Ausbootung zum Kurzurlaub
Tobias Reichmann könnte noch vom Bundestrainer nachnominiert werden
© dpa, Monika Skolimowska, skm nic

Reichmann hat nach seiner Nicht-Nominierung mit einem Wut-Posting und einen Spontanurlaub in die USA reagiert und meldete sich verärgert via Instagram am Gate.

Trotz allem soll die Geschichte teamintern nicht allzu hochgekocht werden. "Wir können uns gar nicht erlauben, uns groß damit zu beschäftigen", sagte Musche. Auch Spielmacher Martin Strobel wollte die Bedeutung des Themas nicht zu hoch aufhängen. "Das sollte uns nicht tangieren", sagte der 32-Jährige, der nicht wütend auf Reichmann ist: "Das kann man ihm nicht verübeln."

Nach dem souveränen Auftaktsieg gegen Korea hatte sich am Donnerstagabend bereits Bundestrainer Christian Prokop zum Auftreten des 30-Jährigen geäußert. Der Coach war "verwundert" über den kurzfristigen Urlaubstrip seines Rechtsaußen: "Sicher steckt da auch ein bisschen Frust drin. Jeder muss aber selber sehen, was er für ein Zeichen setzt und wie er die Mannschaft unterstützt", sagte Prokop.