Technischer K.o. in Cardiff: Anthony Joshua bleibt nach Sieg über Carlos Takam Schwergewichts-Champion

Boxing - Anthony Joshua vs Carlos Takam - IBF & WBA World Heavyweight Titles - Principality Stadium, Cardiff, Britain - October 28, 2017   Anthony Joshua in action against Carlos Takam   Action Images via Reuters/Andrew Couldridge
Anthony Joshua (r.) feierte gegen Carlos Takam im 20. Profikampf den 20. K.o.-Sieg. © Action Images via Reuters, ANDREW COULDRIDGE

Joshua verteidigt WBA- und IBF-Gürtel

Anthony Joshua bleibt Weltmeister im Schwergewicht. Der 28-jährige Brite verteidigte in Cardiff seine WM-Titel der Verbände WBA und IBF gegen Herausforderer Carlos Takam aus Frankreich durch Technischen K.o. in Runde 10. Vor 80.000 Zuschauern im Principality Stadium feierte Joshua im 20. Profikampf den 20. vorzeitigen Triumph. Der aufopferungsvoll kämpfende Takam, ab Runde 4 von einem blutigen Cut über dem rechten Auge gehandicapt, verließ bei seinem 40. Auftritt als Preisboxer den Ring zum vierten Mal als Verlierer.

Beide Boxer enttäuscht von Kampfabbruch

Wirklich zufrieden schaute nach dem Duell allerdings niemand aus der Wäsche. Der Grund: Referee Phil Edwards hatte den Kampf eineinhalb Minuten vor Ende der 10. Runde nach einigen schweren Treffern Joshuas allzufrüh abgebrochen. "Leider hat der Ringrichter so entschieden. Ich denke, die Zuschauer hätten verdient gehabt, mehr zu sehen", kommentierte Joshua die entscheidende Szene.

Joshua lange Zeit einfallslos

Der Bezwinger des langjährigen Schwergewichts-Königs Wladimir Klitschko tat sich gegen den elf Zentimeter kleineren Gast aus Frankreich lange schwer, boxte stellenweise einfallslos, wirkte behäbig, kassierte immer wieder unnötige Treffer. Auch nachdem Takam in Runde 4 infolge eines Treffers des Titelverteidigers einen blutigen Cut über dem rechten Auge erlitt und zum Ende des Durchgangs kurz zu Boden ging, blieb das Faust-Feuerwerk Joshuas aus. Erst in der 10. Runde explodierte der K.o.-Experte und erschütterte seinen Gegner mit schweren Haken zum Kopf. Takam wirkte allerdings noch nicht kampfunfähig als der dritte Mann im Ring zum Feierabend winkte.

Takam fordert Rückkampf

"Ich finde nicht richtig, dass der Kampf abgebrochen wurde. Anthony ist ein großer Champion, aber diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen", sagte Takam enttäuscht und forderte sogleich eine erneute WM-Chance: "Ich hatte nur zwölf Tage, um mich vorzubereiten. Ich hätte gerne ein Rematch, um es noch einmal gegen einen großen Champ zu probieren."

Joshua peilt Vereinigungs-Kämpfe an

Dass es zu einem Revanchekampf gegen Takam kommt, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich. Joshua kündigte noch im Ring an, im kommenden Jahr den Schlagabtausch mit den Konkurrenz-Weltmeistern Joseph Parker (WBO) und Deontay Wilder (WBC) zu suchen. Außerdem brachte 'AJ' unter dem Jubel der 80.000 Briten ein englisches Duell mit Tyson Fury ins Spiel. Das Enfant Terrible des Boxens hatte 2015 Wladimir Klitschko als Weltmeister entthront, stand seither aber nicht mehr im Ring und erklärte mehrmals seinen Rücktritt.

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