Erst mittags geht es richtig los

Technikpanne: Später Homeschooling-Start in Niedersachsen

Ein Junge löst am Laptop in seinem Zuhause seine Schulaufgaben, die ihm seine Lehrer für jeden Tag über den Schulserver geschickt haben. Foto: Ulrich Perrey/dpa/Archiv
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12. Januar 2021 - 8:43 Uhr

Morgens geht noch nichts

Eine Technikpanne hat den Videounterricht von zahlreichen in der Corona-Krise geschlossenen Schulen in Niedersachsen ausgebremst. Die Serverkapazität sei zwar angesichts des erwarteten Andrangs von Klassen, die den Unterricht per Videokonferenz abhalten wollten, verdoppelt worden, sagte der Geschäftsführer des in Niedersachsen oft genutzten Bildungsservers IServ, Jörg Ludwig, der Deutschen Presse-Agentur. Wegen einer fehlerhaften Einstellung sei es am Montagmorgen aber zunächst nicht möglich gewesen, Videokonferenzen zu starten.

Technik-Probleme sorgen für Ärger

Bereits am Mittag hatte das Unternehmen die Probleme eigenen Angaben zufolge wieder behoben. Nicht nur Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen, auch in anderen Regionen Norddeutschlands und Nordrhein-Westfalen waren Informationen der Deutschen Presseagentur zufolge Schulen betroffen. Während IServ auf Twitter davon sprach, dass das "Videokonferenzen-Modul" betroffen war, klagten einige User auch über generelle Performance-Probleme.

Wechsel zwischen Szenarien sorgt für Unmut

Viele Schülerinnen und Schüler sind auf digitale Lernplattformen angewiesen: Dem niedersächsischen Kultusministerium zufolge sind rund 94 Prozent im sogenannten Szenario C - dem Distanzunterricht - in das neue Jahr gestartet. In den Schulen sind dagegen derzeit vor allem die Abschlussklassen und Schülerinnen und Schüler, die z.B. technisch nicht ausreichend ausgestattet oder auf eine sonderpädagogische Betreuung angewiesen sind.

Kritik gibt es teilweise an dem Wechsel zwischen den verschiedenen Szenarien. "Wir haben vor Weihnachten die Order bekommen, wir starten in Szenario B und wir haben auch die Weihnachtsferien genutzt, alles genau auszutendern, wie ist es in Szenario B…. Und dann kam ja im Prinzip Mittwoch die Order, alles zurück, wir starten doch überwiegend in C, das hat für uns bedeutet, neue Gruppen einzurichten, wir mussten im Prinzip den Stundenplan neu stecken", erzählt Petra Hoppe, Schulleiterin der IGS List in Hannover, am Montag (11.01.) im RTL Nord-Interview. Szenario B ist ein Wechselmodell mit halben Klassen.

Niedersachsen: Alle Schulformen gleich behandeln?

Bislang gilt der Distanz- und Wechselunterricht vorerst nur für Abitur und Abschlussklassen. Doch auch Grundschulen sollen nach dem Willen der Landesregierung ab kommender Woche wieder an den Start gehen. "Es wird ja gesagt, dass Kontakte grundsätzlich ganz stark eingeschränkt werden sollen und es ist nicht logisch nachvollziehbar, warum die Schulformen unterschiedlich behandelt werden. Also macht das Virus scheinbar einen Bogen um Abschlussklassen oder um Grundschulen, das ist nicht nachvollziehbar, warum diese Schulformen anders behandelt werden sollen", so Laura Pooth von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gegenüber RTL Nord.


Quelle: DPA / rtl.de