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Techniker Krankenkasse will Millionen zurückzahlen

19. September 2012 - 8:25 Uhr

Bahr freut sich über die Ankündigung der TK

Zahltag für sechs Millionen Beitragszahler? Wer bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert ist, soll eine Prämie erhalten. Ein Teil der hohen Rücklagen soll in Form einer Prämie ausgeschüttet werden, bestätigte ein Sprecher in Hamburg entsprechende Pläne. Details sind noch offen. Scharfe Kritik kommt unter anderem von der AOK.

TK, Krankenkasse, Prämie
Deutschlands zweitgrößte Krankenkasse TK hat angekündigt, eine Prämie an die Versicherten zu zahlen.
© dpa, Bernd Thissen

Damit kommte die erste große Krankenkasse in Deutschland den Aufforderungen der Politik nach, die angehäuften Überschüsse an die Versicherungsnehmer auszuschütten.

Nach Angaben des Internetportals der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' dürfte die Jahresprämie mindestens 100 Euro betragen. Andere Medien sprechen von einer Summe zwischen 60 und 120 Euro. Ob alle Versicherten Geld erhalten, stehe indes noch nicht fest. Die TK hat insgesamt 8,2 Millionen versicherte, sechs Millionen sind Beitragszahler.

Die deutschen Krankenkassen horten derzeit Geld ohne Ende. Etwa 22 Milliarden Euro Überschuss wurden erwirtschaftet, 11,5 Milliarden davon allein die gesetzlichen Kassen.

TK ist Deutschlands zweitgrößte Krankenkasse

Und wegen dieser Überschüsse machte die Kassenaufsicht des Bundesversicherungsamtes Druck. Denn der Gesetzgeber sieht klar vor, wieviel Überschuss die Kassen horten dürfen. Im Sozialgesetz steht, die Höhe der Rücklagen sollte 1,5 Monatsausgaben nicht deutlich überschreiten. Das ist bei der TK offenbar geschen. Das Bundesversicherungsamt mahnte noch weitere Kassen an.

Die nun erfolgte Initiative der TK wird nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auch andere Kassen zur Auszahlung von Überschüssen motivieren. Die Entscheidung werde den Wettbewerb und den Druck auf die Vorstandsetagen der anderen Krankenkassen erhöhen, sagte Bahr.

Er begrüßte die Pläne von Deutschlands zweitgrößter Krankenkasse ausdrücklich. Die Überschüsse seien das Geld der Versicherten und Patienten und sollten nicht auf Konten gehortet werden. Bei der TK sind

Bislang haben sich nur wenige kleine Kassen mit zusammen rund einer Million Mitgliedern zu einem solchen Schritt entschlossen. "Ich erwarte und fordere noch andere Krankenkassen auf, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen und auch Prämienzahlungen an ihre Versicherten vorzunehmen", sagte der FDP-Politiker. Auf diese Weise hätten die Beitragszahler unmittelbar etwas davon, dass es ihrer Kasse finanziell gutgehe.

Zugleich riet Bahr den Bürgern dazu, das ausgezahlte Geld in Gesundheit zu investieren, etwa in einen Gesundheitskurs oder in ein neues Paar Turnschuhe. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jens Spahn, nannte die Entscheidung der TK einen mutigen Schritt und ein gutes Zeichen für den Wettbewerb im Gesundheitswesen.

Doch andere Krankenkassen übten Kritik: "Wenige Kassen setzen nun offensichtlich auf eine Geiz-ist-geil-Mentalität, die von der Mehrheit der Versicherten abgelehnt wird", meinte AOK-Vorstandschef Jürgen Graalmann. Die AOK-Versicherten sollen keine Rückzahlungen erhalten. Man setze "auf Stabilität statt auf kurzfristiges Prämien-Jojo".

Kritische Töne kamen auch vom Branchenführer Barmer GEK: "Uns ist ein attraktives Leistungsportfolio wichtiger als eine verhältnismäßig geringe Prämienausschüttung, die die Versicherten auch noch versteuern müssten."

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