Techniker Krankenkasse schlägt Alarm: Mehr Beschwerden über Ärzte als je zuvor

Die meisten Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler gab es 2017 bei Chirurgen.
Die meisten Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler gab es 2017 bei Chirurgen.
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11. März 2018 - 10:44 Uhr

5.500 Versicherte haben sich an die TK gewendet

Im vergangenen Jahr gab es laut Techniker Krankenkasse (TK) einen Rekord bei Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehler. 5.500 Versicherte hätten sich 2017 an die gesetzliche Krankenkasse gewendet, weil sie bei sich einen Behandlungsfehler vermuteten, sagte eine TK-Sprecherin. Das sei ein Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zu 2016.

"Die Versicherten sind heute wesentlich kritischer und selbstbewusster als früher"

Die meisten Beschwerden gab es über Behandlungen bei:

- Chirurgen (1.477 Verdachtsfälle) 
- Zahnärzten (920 Fälle)
- Allgemeinmedizinern (546 Fälle)
- Orthopäden (351 Fälle) 
- der Inneren Medizin (221 Fälle)
- Gynäkologen (219 Fälle) 
- Augenärzten (216 Fälle)

Im vergangenen Jahr hat die TK den Angaben zufolge mehr als 15 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert. Medizinrechts-Experte Christian Soltau erklärte: "Die Versicherten sind heute wesentlich kritischer und selbstbewusster als früher." Die 'Götter in Weiß' seien heute normale Dienstleister. "Deshalb klingelt bei unserer Beschwerde-Hotline auch häufiger das Telefon."

Es dürfte noch eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten Behandlungsfehlern geben

Allerdings bestätige sich nicht jeder Verdachtsfall im Laufe der Überprüfung, unterstrich Soltau. Doch bei etwa jedem dritten Fall erhärteten sich die Hinweise auf einen Behandlungsfehler. Daneben dürfte es noch eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten Behandlungsfehlern geben. Gutachten sind für die gesetzlich Versicherten in der Regel kostenfrei und können auch für Schadensersatzverhandlungen mit dem Arzt, dem Krankenhaus, der zuständigen Haftpflichtversicherung oder vor Gericht genutzt werden.

Die deutschen Gesetze müssten nach Soltaus Ansicht noch wesentlich stärker die Patienten schützen. Bisher müsse der Patient den Fehler eindeutig nachweisen. Das sei in aller Regel schwer.

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