Protest gegen die Fleischindustrie

Kellinghusen: Tierschutz-Aktivisten besetzen Schlachthof

21. Oktober 2019 - 16:22 Uhr

Besetzter Schlachthof in Schleswig-Holstein: Tierschützer blockieren Eingänge

An Zäune angekettet, mit Bannern und Rauchbomben auf dem Dach – knapp 20 Tierschutz-Aktivisten haben seit dem frühen Montagmorgen den größten Schlachthof Schleswig-Holsteins in Kellinghusen besetzt. Gegen 4 Uhr nachts seien die Vermummten auf das Gelände vorgedrungen, teilte die Polizei mit. Ihr Ziel: Zwei Zufahrten zum Schlachtbetrieb zu blockieren, damit keine Tiere mehr hineingetrieben werden können. Mit Erfolg: Tiertransporter kamen stundenlang nicht aufs Gelände. Die vermummte Aktion gibt's im Video.

"Tear Down Tönnies": Polizei spricht von ruhiger Lage

Mit Transparenten und Rauchbomben auf dem Dach: Aktivisten blockieren seit den frühen Morgenstunden einen Schlachthof in Kellinghusen.
Mit Transparenten und Rauchbomben: Die Aktionsgruppe "Tear Down Tönnies" blockiert seit den frühen Morgenstunden einen Schlachthof in Kellinghusen.
© dpa, Bodo Marks, bom

Die Aktionsgruppe "Tear Down Tönnies", auf Deutsch etwa: "Reißt Tönnies nieder", bekannte sich in einem Schreiben zu der Aktion. Normalerweise würden pro Tag bis zu 6.000 Schweine in den Schlachthof in Kellinghusen gebracht, so die Aktivisten. Das Unternehmen Tönnies, zu dem auch der besetzte Betrieb gehört, ist marktführend in Deutschland und steht seit Jahren wegen Tierquälerei-Vorwürfen in der Kritik. Die Aktion richte sich gegen den einzelnen Betrieb sowie gegen die Fleischindustrie insgesamt, so die Aktivisten.

Gewaltsame Auseinandersetzungen habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt sei die Lage "überschaubar und ruhig". Die Beamten hatten angekündigt, die Zufahrt zu räumen, sollten die Tierschützer ihre Aktion nicht freiwillig beenden. Am frühen Nachmittag machte die Polizei dann ernst und nahm die ersten Aktivisten fest.