Blamage für Pirelli

Formel 1 fährt 2020 mit den alten Gummis

© dpa, Nelson Antoine, NA pat

10. Dezember 2019 - 16:57 Uhr

Neue Saison, alte Reifen

Blamage für Reifenhersteller Pirelli: Die Formel-1-Teams haben entschieden, dass sie 2020 mit den Reifen der abgelaufenen Saison fahren wollen. Für Pirelli ist damit ein Jahr Tüftelei und Entwicklungsarbeit quasi für die Tonne.

Harter Schlag für Pirelli

Die Teams hatten die Wahl: Entweder 2020 mit den 2019er Gummis fahren oder aber mit den von Pirelli komplett neu entwickelte Pneus, die die Italiener für die kommende Saison fest eingeplant hatten. Nach durchwachsenen Tests mit den neuen Gummis legten sich die Teams laut FIA einstimmig fest – die alten Reifen sollen bleiben.

Das eindeutige Votum ist für Pirelli ein Schlag ins Kontor. Ein Jahr Arbeit steckten die Italiener in die neue Konstruktion und Mischung der Reifen. Bis vor kurzem war der Reifenhersteller zuversichtlich, dass 2020 der neue Pneus zum Einsatz kommt. Denn: Um die nigelnagelneuen Walzen zu verhindern, ist eine Zweidrittel-Mehrheit unter den Teams nötig. Diese wurde durch das 100-Prozent-Votum der Rennställe sogar locker übertroffen - sehr zum Ärger Pirellis.

Alle Teams bemängeln, dass die neue Pneus keinen Schritt nach vorne gebracht hätten. Fast alle Fahrer beklagten nach den Tests Balance-Verschiebungen und zu wenig Grip.

Neue Reifen erst 2021

Ganz umsonst soll die Pirelli-Forschung aber nicht gewesen sein. Die Erkenntnisse aus den Analysen sollen in die weitere Entwicklung der Reifen einfließen. Trotzdem sind die abgelehnten 2020er Reifen ein Desaster für Pirelli. Geld, "Man-Power" und Zeit flossen in die Neuentwicklung eines Reifens, den keiner haben will und der schlechter abschneidet als der Vorgänger.

Erst ab übernächster Saison kommt dann ein komplett neues Reifenkonzept an den Boliden zum Einsatz. Zur Saison 2021 werden die Felgen von bisher 13 Zoll auf 18 Zoll vergrößert.