Tausende Riesenschildkröten schlüpfen auf den Galápagos-Inseln

Dank des erfolgreichen Brutprogramms sind auf den Galápagos-Inseln inzwischen Tausende Riesenschildkröten geschlüpft.

25. September 2015 - 11:33 Uhr

Brutprogramm feiert Erfolge

Mehr als 5.000 Riesenschildkröten sind in den vergangenen 50 Jahren auf den Galápagos-Inseln geschlüpft. Dies sei ein Erfolg für das Brutprogramm auf der Insel Santa Cruz, sagte das Umweltministerium in Ecuador anlässlich des Beginns der diesjährigen Brutsaison. Mit dem Programm versucht Ecuador, die Tiere vor dem Aussterben zu bewahren.

Ratten, verwilderte Hunde, Schweine und andere Tiere, die mit menschlichen Siedlern auf die Inseln kamen, gefährden die Riesenschildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum. Sie fressen mit Vorliebe Eier und Jungtiere aller Art. Die Biologen sammeln daher jedes Jahr Schildkröteneier ein, die in Brutkästen kommen.

Für 2015 hoffen die Wissenschaftler im Galápagos-Nationalpark, der mehrere Inseln umfasst, etwa 300 Schildkröteneier einzusammeln. Es dauert etwa 60 Tage, bis die Schildkröten schlüpfen. In der freien Natur graben die Tiere mehrere Tage lang eine bis zu 40 Zentimeter tiefe Grube, in die sie ihre Eier ablegen, erklärte das Ministerium. Geschützt werden die Eier mit einer Paste aus Urin und Exkrement. Studien zufolge bestimmt die Temperatur im Nest das Geschlecht: Bei 29,5 Grad schlüpfen Weibchen, bei 28 Grad Männchen.

Die Galápagos-Inselgruppe im Pazifik etwa 1.000 Kilometer westlich von Ecuador ist Welterbe der UN-Organisation Unesco. Es leben dort 15 Unterarten von Riesenschildkröten. Die wohl berühmteste Schildkröte der Inselgruppe ist 'Lonesome George'. Das Tier wurde 1971 gefunden. Lange galt 'Lonesome George' als letzter Vertreter seiner Unterart.

Paarungsversuche mit Weibchen einer verwandten Unterart waren gescheitert. Nach dem Tod von 'Lonesome George' an Herzversagen 2012 konnten Forscher jedoch auf den Galápagos-Inseln verwandte Schildkröten identifizieren. Das New Yorker Naturkundemuseum stellte den einbalsamierten Tierkörper der vermutlich mehr als 100 Jahre alten Schildkröte anschließend aus.