2019 M03 4 - 0:47 Uhr

RTL-Afrika-Korrespondentin Nicole Macheroux Denault berichtet vor Ort

Das nordafrikanische Algerien hat eine besonders brutale Methode entwickelt, um dort gestrandete Flüchtlinge aus Zentralafrika wieder loszuwerden. Offenbar werden die Menschen von Algier aus tausende Kilometer mit Kameltransporten quer durch die Sahara gebracht und dann - kurz hinter die Grenze zum Niger - in der Wüste ausgesetzt. Bis zur nächst größeren Siedlung Assa Makka sind es dann noch rund 15 km. Von dort berichtet unsere Afrika-Korrespondentin Nicole Macheroux Denault. 

Viele Migranten müssen ohne Trinken und Essen auskommen

Algerien setzt offenbar täglich mehrere hundert Migranten in der Wüste aus. Viele seien ohne Trinken und Essen, berichtet RTL-Reporterin Macheroux Denault. Sie werden oft "Mitten im Nirgendwo" ausgesetzt. Der Großteil der Flüchtlinge stamme zentralafrikanischen Staaten wie der Elfenbeinküste, dem Senegal und Kamerun.

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen hatten Algerien zuletzt mehrfach vorgeworfen, illegale Migranten festzunehmen und an der Grenze zum Niger in der Wüste auszusetzen. Die Menschen müssten dann teils lange Strecken zu Fuß durch die Wüste zurücklegen, so ein Sprecher der UN.

Algeriens Innenminister Noureddine Bedoui wies die Vorwürfe mehrmals zurück. Algerien sei einer Kampagne ausgesetzt, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur APS im vergangenen Jahr. Algerien habe sich immer für afrikanische Migranten eingesetzt.