Tausende Eizellen und Embryonen in US-Fruchtbarkeitskliniken zerstört

Eine Behandlung in einer US-Fruchtbarkeitsklinik kostet mindestens 15.000 Dollar (Symbolbild)
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16. März 2018 - 17:41 Uhr

Kühlaggregate in zwei Kliniken ausgefallen

Für die betroffenen Paare ist das eine echte Tragödie: In zwei US-Fruchtbarkeitskliniken sind mutmaßlich Tausende eingefrorener Eizellen und Embryonen zerstört worden. Die Fälle ereigneten sich in San Francisco und Cleveland. Schuld ist bei beiden offenbar eine Fehlfunktion der Kühlaggregate, meldet das 'Time Magazine'. Insgesamt sind über 1.000 Personen von dem Vorfall betroffen. Viele Patienten der Kliniken hatten jahrelang vergeblich versucht, Kinder zu bekommen. Für sie war die Behandlung ein letzter Ausweg.

Wohl kein Zusammenhang zwischen den Fällen

Am 4. März kam es in der Universitätsklinik der Stadt Cleveland im Bundesstaat Ohio zu einem Stromausfall. Dabei fielen die Kühlaggregate der Klink aus, wodurch rund 2.000 Eizellen und Embryonen beschädigt oder zerstört wurden.

Am gleichen Tag gab es auch in einer Klinik im kalifornischen San Francisco einen Zwischenfall. Bei einer Routineuntersuchung wurde eine Fehlfunktion der Kühlanlage festgestellt. Die Embryonen wurden daraufhin in ein anderes Lager gebracht. Möglicherweise wurden sie bei dem Transport jedoch beschädigt.

Zwischen den Fällen soll jedoch kein Zusammenhang bestehen. Dr. Kevin Doody, ehemaliger Vizepräsident des Verbands für assistierte Reproduktionstechnologie, erklärte, dass solche Pannen "extrem selten" seien. Dass dann auch noch Kühlaggregate zeitgleich in zwei Fruchtbarkeitskliniken streiken, sei "mehr als unfassbar", sagte er dem 'Time Magazine'.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt für die Patienten

In Cleveland sind von dem Vorfall vermutlich 700 und in San Francisco 500 Patienten betroffen. Für zahlreiche Paare ist die kostspielige Behandlung die letzte Chance auf ein eigenes Kind. Die Kliniken verlangen für eine künstliche Befruchtung im Schnitt 15.000 Dollar. Wer jetzt für den Schaden aufkommt, ist unklar.

Einen kleinen Entwarnung gibt es für die Betroffenen allerdings: Sollte eine Frau auch mit einem beschädigten Embryo schwanger werden, sei das Risiko von Geburtsfehlern nicht höher als sonst, versichern Experten.