Tausende bei CSD-Fahrraddemo in Hamburg

01. August 2020 - 14:30 Uhr

Mehr als 2000 Menschen haben am Samstag in Hamburg bei einer Fahrraddemo zum 40. Jahrestag des Christopher Street Days (CSD) in die Pedale getreten. Im ersten Block des aus Infektionsschutzgründen aufgeteilten Teilnehmerfeldes starteten auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin und Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Vom Jungfernstieg ging es auf einer etwa acht Kilometer lange Strecke durch St. Pauli und Altona.

Die Polizei sprach von 2100 Teilnehmern, der Vereinsvorsitzende von Hamburg Pride, Stefan Mielchen, von 2500. Es kam zu Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. Zwischenfälle gab es ansonsten keine. "Alles lief absolut ruhig", sagte ein Polizeisprecher.

"Uns waren zwei Dinge wichtig: Die Versammlungsfreiheit und damit die Sichtbarkeit der queeren Community zu gewährleisten und gleichzeitig dem Infektionsschutz Rechnung zu tragen", sagte Mielchen. Dass es weiter wichtig sei, für gleiche Rechte auf die Straße zu gehen, zeige auch die sich zuspitzende Situation für LGBTI in Polen. "Wenn der Staatspräsident eines EU-Landes Homosexuellen das Menschsein abspricht, so wie es Andrzej Duda zuletzt getan hat, ist es unsere Pflicht, uns solidarisch an die Seite der polnischen Community zu stellen."

Die sonst übliche große Parade zum Christopher Street Day (CSD) musste in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Aufgrund der Regeln zur Eindämmung der Pandemie gab es nach der Fahrraddemo auch keine Abschlusskundgebung.

Im vergangenen Jahr waren zur CSD-Demo in Hamburg der Polizei zufolge etwa 200.000 Menschen gekommen, etwa 90.000 davon waren bei der Demo mitgelaufen.

Der Christopher Street Day erinnert an den 28. Juni 1969, als Polizisten die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar "Stonewall Inn" in der Christopher Street stürmten und so mehrtägige Proteste von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auslösten. Der CSD soll auf die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen aufmerksam machen.

Quelle: DPA