Tatort war ein einziges Blutbad: Angeklagter missbrauchte Lebensgefährtin, bis sie verblutete

12. Juli 2017 - 15:54 Uhr

Er verging sich mit mehreren Gegenständen an ihr

Der Tatort war ein einziges Blutbad. In Mönchengladbach muss sich ein 68-Jähriger für den Tod seiner Lebensgefährtin verantworten. Hans-Paul B. soll sich an der völlig betrunkenen Ingrid P. mit verschiedenen Gegenständen sexuell vergangen und die 55-Jährige brutal misshandelt haben, bis sie starb. Das Landgericht Mönchengladbach verurteilte den Angeklagten nun zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Opfer hatte 3,79 Promille im Blut

Am Tatabend hatte das Opfer bei einem gemeinsamen Kneipenbesuch sehr viel Alkohol getrunken. Ingrid P. kippte ein Glas Tequila nach dem anderen, bis sie vom Barhocker stürzte. Die Obduktion ergab einen Promillewert von 3,79 im Blut. Der Bruder der Frau und ein Angestellter hatten dem 68-Jährigen noch geholfen, die Frau nach Hause und ins Bett zu bringen. Nachdem sie das Paar allein gelassen hatten, ereignete sich die Bluttat.

Erst am nächsten Morgen rief er den Notruf

B. soll seiner Lebensgefährtin eine Taschenlampe, einen Zollstock und seine Faust so brutal eingeführt haben, dass sie schwere Verletzungen im Unterleib erlitt und verblutete. Der Angeklagte habe dann sich selbst und das Opfer gesäubert und sei eingeschlafen, heißt es in der Anklage. Am frühen Morgen rief er dann den Notruf, und sagte, dass seine Frau in der Nacht gestorben sei. Am Tatort fanden die Ermittler überall Blutspritzer. Das Paar hatte sich erst im Juni 2016 auf einem Schützenfest kennengelernt. Kurz darauf war Ingrid P. bei Hans-Paul B. eingezogen.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist die Tat als Mord zu werten, weil der 68-Jährige zur Befriedigung des Geschlechtstriebs gehandelt habe. Außerdem habe der Angeklagte eine hilflose Person missbraucht. Darum forderte der Staatsanwalt eine lebenslange Haftstrafe. Die Verteidigung plädierte für ein "faires Urteil" und schon vor Prozessende an, in Revision zu gehen. Das Urteil werde "nicht das letzte Wort in diesem Fall sein".