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Tatort Sao Paulo - wo die Formel-1-Weltmeister gekrönt werden

Tatort Sao Paulo - wo die Formel-1-Weltmeister gekrönt werden

2004 ist der Brasilien-GP erstmals vom Anfang ans Ende des Rennkalenders der Formel 1 gerutscht. Seitdem hat es diverse Fahrer gegeben, die sich auf dem Autodromo Jose Carlos Pace vor den Toren Sao Paulos zum Weltmeister kürten. Am Wochenende auch Nico Rosberg?

2005: Fernando Alonso schreibt Formel-1-Geschichte

Spanish Formula One driver Fernando Alonso of Renault reacts after the F1 Grand Prix of Brazil at the Interlagos F1 race track in Sao Paulo, Brazil, Sunday, 25 September 2005. Alonso is the new F1 World Champion. Photo: Gero Breloer +++(c) dpa - Bild
Fernando Alonso kann sein Glück kaum fassen: 2005 wurde der damals 24-Jährige in Sao Paulo erstmals Weltmeister
dpa/dpaweb, A3397 Gero Breloer

Schon ein Jahr nach der Umverlegung gen Ende des Rennkalenders wurde in Brasilien der Weltmeister gekürt. Fernando Alonso kam mit einem komfortablen Vorsprung von 25 Punkten (damals gab es noch 10 Punkte für einen Sieg) auf Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes zum drittletzten Rennen der Saison nach Sao Paulo. Der Renault-Pilot fuhr im Qualifying auf die Pole, wurde aber im Rennen von Räikkönen und dessen Teamkollegen Juan Pablo Montoya kassiert. Doch der 3. Rang reichte dem Spanier, um mit 24 Jahren zum zu diesem Zeitpunkt jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte zu werden.

2006: Fernando Alonso macht's noch einmal

FILE - Spanish Formula One driver Fernando Alonso of Renault F1 team reacts with his team after the F1 Grand Prix of Brazil at the racetrack in Interlagos near Sao Paulo, Brazil, Sunday 22 October 2006.  Foto: Ralf Hirschberger (zu dpa-Meldung: «Letz
Fernando Alonso und sein Team feiern in Brasilien den zweiten Titel in Folge.
ko_au, dpa, Ralf Hirschberger

In diesem Jahr war es Michael Schumacher, der Alonso den Titel streitig machen wollte. Der Spanier hatte vor dem Brasilien-GP, der 2006 das letzte Rennen im Jahr war, 10 Punkte Vorsprung auf Schumi. Die Voraussetzungen waren also klar: Der Ferrari-Pilot musste gewinnen, Alonso leer ausgehen. Im seinem letzten Rennen für die Scuderia hatte der Rekord-Weltmeister Pech. Nach Platz 10 im Qualifying pflügte er zunächst durchs Feld, ehe er sich im Duell mit Giancarlo Fisichella den linken Hinterreifen aufschlitzte. Nach dem Reifenwechsel setzte Schumacher zu einer bemerkenswerten Aufholjagd an, die ihn noch auf den 4. Platz spülte. Alonso wurde Zweiter und machte seinen zweiten Titei hintereinander klar.

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2007: Wenn zwei sich streiten, freut sich Kimi Räikkönen

ARCHIV - Der finnische Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen vom Team Ferrari bejubelt seinen Sieg beim Großen Preis von Brasilien und den WM-Titel der Saison 2007 in Sao Paulo, Brasilien. Links im Bild Ferrari-Teamchef Jean Todt (Archivfoto vom 21.10.2007).
Kimi Räikkönen lässt es in Sao Paulo krachen.
dpa, A3397 Gero Breloer

Das WM-Finale 2007 ist als eines der dramatischsten in die Geschichte der Formel 1 eingegangen. Die beiden McLaren-Piloten Alonso und Lewis Hamilton kamen als große Favoriten zum letzten Rennen nach Interlagos. Der Titelverteidiger hatte 103 Punkte auf seinem Konto, Formel-1-Rookie Hamilton gar 107. Nur noch Außenseiterchancen wurden Räikkönen im Ferrari mit 100 Zählern eingeräumt. Doch es kam ganz anders: Räikkönen gewann das Rennen, Alonso wurde Dritter und Hamilton nur Siebter. Mit 110 Punkten kürte sich der Finne zum Weltmeister, seine beiden Konkurrenten kamen auf 109 Zähler. Es war der bislang letzte Titel für Ferrari.

2008: Ein Land weint

Brazilian Formula One driver Felipe Massa of Ferrari reacts on the podium after the F1 Grand Prix of Brazil at the race track in Interlagos near Sao Paulo in Brazil, 02 November 2008. Massa won the race ahead of Alonso and Raikkonen. Photo: GERO BREL
Trauriger Sieger Felipe Massa
dpa, A3397 Gero Breloer

Dramatik war auch ein Jahr später Trumpf. Vor dem letzten Rennen in Sao Paulo lag Hamilton mit 94:87 Punkten vor Felipe Massa. Der Ferrari-Pilot trumpfte bei seinem Heimrennen allerdings groß auf: Von der Pole gewann er das Rennen. Zehn Runden vor Schluss setzte sintflutartiger Regen ein, der beinahe alle Fahrer zum Reifenwechsel zwang. Hamilton, der Fünfter werden musste, wurde in der vorletzten Runde nach einem Verbremser von Sebastian Vettel überholt und auf den 6. Rang verdrängt. In der letzten Kurve der letzten Runde überholte Hamilton Toyota-Fahrer Timo Glock, der gezockt hatte und auf den Trockenreifen geblieben war, und rettete sich auf den 5. Platz.

2009: Brawn und Button kamen und siegten

SAO PAULO, BRAZIL - OCTOBER 18:  Jenson Button (R) of Great Britain and Brawn GP is congratulated by Brawn GP Team Principal Ross Brawn (L) after clinching the F1 World Drivers Championship during the Brazilian Formula One Grand Prix at the Interlago
Ross Brawn und Jenson Button freuen sich über gleich zwei WM-Titel.
Getty Images

Das aus dem Honda-Team hervorgegangene Brawn F1 Team kam 2009 wie Kai aus der Kiste und überraschte Fachleute wie Fans gleichermaßen. Jenson Button gewann sensationell sechs der ersten sieben Rennen und schien schon frühzeitig als Weltmeister festzustehen. In der zweiten Saisonhälfte schwächelte der Brite jedoch, so dass sein Vorsprung vor dem vorletzten Rennen in Brasilien auf 14 (Rubens Barrichello) beziehungsweise 16 Punkte (Sebastian Vettel im Red Bull) zusammengeschmolzen war. Nach Platz 14 im Qualifying kämpfte er sich im Rennen auf den 5. Rang vor, was ihm zum vorzeitigen Gewinn des WM-Titels reichte und dem Team gleichzeitig den Konstrukteurs-Titel einbrachte.

2012: Sebastian Vettels dritter Streich

German Formula One driver Sebastian Vettel (top) of Red Bull Racing celebrates after winning his third consecutive Formula One World Championship title after the Formula One Grand Prix of Brazil at the Autodromo Jose Carlos Pace in Sao Paulo, Brazil,
In Brasilien machte Sebastian Vettel 2012 den Hattrick perfekt.
dpa, Jens Büttner

Mit 13 Punkten Vorsprung (seit 2010 gab es 25 Punkte für einen Sieg) auf Alonso ging Vettel in das letzte Rennen der Saison, welches für den Red-Bull-Fahrer eine Achterbahnfahrt war. Den Start verpennte er und in Kurve 4 kollidierte er mit Bruno Senna. Vom letzten Platz setzte er das Rennen fort, startete ein wilde Aufholjagd und kam als Sechster ins Ziel. Das reichte zum dritten Weltmeistertitel, da Alonso im Ferrari nur Zweiter hinter Button wurde.