Tamponsteuer-Petition: "Die Periode ist kein Luxus"

26. September 2018 - 17:07 Uhr

Höchststeuer für Tampons und Co.

​Tampons und Binden gelten in Deutschland als Luxusartikel. Deshalb werden sie auch höher besteuert. Das heißt: Sie zahlen darauf 19 Prozent Mehrwertsteuer. Zwei junge Frauen finden das unverschämt und sagen: Wir werden gegen diese bescheuerte Periodensteuer kämpfen!

Petition fordert: Senken Sie die Tamponsteuer!

Dass Binden und Tampons wie Luxus besteuert werden, bringt die beiden SPD-Politikerinnen Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff auf die Palme: "Das Problem ist, dass Damenhygieneartikel mit 19 Prozent besteuert werden, also im sogenannten Luxussteuersatz", sagt Kotra. "Schnittblumen, dekorative Bildwerke, Kunstwerke oder Sammelmünzen werden aber mit sieben Prozent besteuert, das ergibt keinen Sinn und ist eine Diskriminierung."

Und das wollen die beiden so nicht hinnehmen. Die SPD-Politikerinnen haben jetzt eine Petition gestartet. Mit der Forderung: Senken Sie die Tamponsteuer! Sparen würde man mit dem geringeren Steuersatz von 7 Prozent zwar nur rund 3,50 Euro im Jahr, aber den beiden geht es ums Prinzip.

Die für die Grundversorgung notwendigen Dinge sollten eigentlich dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent unterliegen. Aber: Während man für Schokoriegel oder Trüffel eben nur 7 Prozent Mehrwertsteuer zahlt, muss man für Mineralwasser und auch für Hygieneartikel wie Windeln und Toilettenpapier 19 Prozent zahlen.

Und was sagt die Politik dazu?

Das Bundesministerium für Finanzen erklärt das so: "In eingehenden Beratungen wurde eine Gesamtkonzeption für die Besteuerung der Umsätze erarbeitet und fortentwickelt. Diese Gesamtkonzeption sieht vor, dass Hygieneprodukte für Babys und Erwachsene, zum Beispiel Windeln, Binden, Tampons und auch Toilettenpapier, mit dem allgemeinen Steuersatz zu besteuern sind." Übersetzt heißt das wohl so viel wie: "Das ist halt so."

Die Petition zur Senkung der "Tamponsteuer" haben inzwischen schon über 85.000 Menschen unterschrieben. Und die beiden Frauen wollen noch mehr: "Der nächste Schritt unserer Petition ist, dass wir unseren Finanzminister Olaf Scholz angefragt haben für einen Termin."

Eine Zusage steht allerdings noch aus...