Tamara (18) hat eine unheilbare Muskelerkrankung - ihr Bruder Julian baut ihr einen Roboterarm

26. Juli 2017 - 12:05 Uhr

Julian will seiner Schwester endlich helfen

Tamara Schneider (18) leidet an einer unheilbaren Muskelkrankheit, die ihr alle Kräfte raubt. FSHD, die fazioskapulohumerale Muskeldystrophie, bestimmt ihr Leben. "Meine Krankheit schränkt mich bei allem ein, ich brauche bei den alltäglichen Dingen Hilfe."

Ihr Bruder Julian will ihr unbedingt helfen - nicht nur im Alltag. Der Maschinenbaustudent entwickelt einen Roboterarm, der seiner schwer kranken Schwester endlich helfen soll.

"Was mich beeindruckt hat, ist die Ernsthaftigkeit, mit der er an dem Projekt dran ist"

"Ich will irgendwas machen, um ihr zu helfen. Und dann hab ich mir gedacht, ok, gibt's da nicht vielleicht schon irgendwas. Ich bin ja bestimmt nicht der erste, der sich solche Gedanken macht. Es muss doch irgendwas geben." Aber tatsächlich fand Julian zunächst nichts, was Tamara hätte helfen können.

Deshalb entschied sich Julian kurzerhand, selbst aktiv zu werden. Den selbstgebauten Roboterarm soll Tamara mit wenig Kraftaufwand mit Hilfe eines Joysticks steuern können. In jeder freien Minute rechnet und plant Julian - und das imponiert auch seinen Professoren.

"Was mich beeindruckt hat, ist die Ernsthaftigkeit, mit der er an dem Projekt dran ist. Und ich habe auch sehr schnell gesehen, das ist kein Spinner. Das ist jemand, der sich solide Gedanken gemacht und eine gute Idee hat" sagt Alexander Geppert, Professor für Robotik an der Universität Fulda.

Julian bittet um Spenden

Inzwischen hat Julian auch eine Firma gefunden, die den Roboterarm nach seiner Planung für Tamara bauen will. Über eine Stiftung bittet er um finanzielle Hilfe. 35.000 Euro würde der Arm kosten - 15.000 davon hat Julian bereits aufgebracht. So sieht echte Geschwisterliebe aus.

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