Taliban-Opfer Malala fordert Bildung für ganze Welt - Beeindruckende Rede vor den Vereinten Nationen

02. Dezember 2013 - 12:27 Uhr

"Bildung für die ganze Welt ist die einzige Lösung"

Das Schicksal des pakistanischen Mädchens Malala Yousafzai hat vor einem Jahr weltweit Erschütterung ausgelöst. Taliban hatten dem Mädchen in den Kopf geschossen - nur weil es sich für die Schulbildung von Mädchen eingesetzt und einen Internet-Blog betrieben hatte. Malala überlebte schwerverletzt. Heute, an ihrem 16. Geburtstag, hat sie vor den Vereinten Nationen eine beeindruckende Rede gehalten - als erste Jugendliche überhaupt.

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Taliban-Opfer Malala hielt eine Rede vor den Vereinten Nationen - als erste Jugendliche überhaupt.

Malala wurde in New York mit stehenden Ovationen begrüßt und hielt eine 17-minütige Ansprache. "Dies ist ein wichtiger Moment in meinem Leben", sagte sie und bedankte sich für die weltweite Anteilnahme an ihrem Schicksal: "Ich kann gar nicht glauben, wie viel Liebe die Menschen mir gegenüber zum Ausdruck gebracht haben."

Der 'Malala-Tag' sei nicht ihr Tag, sondern der Tag für jeden, der seine Stimme für die Menschenrechte erhoben hätte – für Frieden, Gleichheit und Bildung. "Ich bin nur eine von vielen", erklärte Malala. "Ich spreche im Namen all derer, deren Stimme nicht gehört wird." Am Tag des Anschlags auf sie, seinen Angst und Hoffnungslosigkeit gestorben. "Stärke, Kraft und Mut wurden geboren", sagte sie.

Die 16-Jährige setzte sich dafür ein, dass alle Kinder dieser Welt den Zugang zu Schulbildung bekommen. "Unsere Bücher und Stifte sind unsere kraftvollste Waffe. Bildung ist die einzige Lösung. Ein Kind, ein Lehrer und ein Buch können die Welt verändern", meinte sie mit Blick auf Unterdrückung und Konflikte in vielen Ländern. Besonders wichtig sei ihr, dass Mädchen und Frauen zur Schule gehen könnten. "Sie leiden am meisten darunter."

UN-Generalsekretär Ban: "Unsere Heldin Malala"

Im Anschluss an ihre Rede übergab Malala eine Petition mit drei Millionen Unterschriften, in der alle UN-Mitgliedsstaaten aufgerufen werden, sich mehr um Bildung zu kümmern.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete das Mädchen aus Pakistan als "unsere Heldin Malala". Er freue sich, mit ihr ihren 16. Geburtstag feiern zu können und lobte den Teenager als internationale Botschafterin für die Bildung. "Sie erinnert und daran, dass wir unsere Versprechen halten müssen", sagte Ban, der vor Malala eine Ansprache hielt. Es sei erklärtes Ziel der UN, für die 57 Millionen Kinder und Jugendlichen auf der Welt, die derzeit keine Schule besuchen können, bis 2015 qualifizierte Bildungsmöglichkeiten zu organisieren

"Es ist ein Wunder, dass Sie heute hier sind", sagte der ehemalige britische Premierministers Gordon Brown. Er ist inzwischen der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für Bildung.

Malala, die Ihre Rede auf Englisch hielt, war im letzten Jahr mit ihrer Kopfverletzung zur medizinischen Versorgung nach England gekommen. Dort besucht sie jetzt eine Schule und gründete die Stiftung Malala Fund zur Unterstützung von Mädchen.