Taiwan: Tote nach Notlandung einer Passagiermaschine

24. Juli 2014 - 10:21 Uhr

Starterlaubnis trotz Sturmwarnung

Erneut schockiert die Nachricht über ein Flugzeugunglück die Welt: Weil die Notlandung einer Maschine in Taiwan missglückte, sind bei stürmischem Wetter Dutzende Menschen ums Leben gekommen. 48 der 58 Insassen seien getötet worden, sagte Taiwans Transportminister Yeh Kuang-shih. Zehn Überlebende werden im Krankenhaus behandelt. Nach Angaben des französischen Außenministeriums sind auch zwei Franzosen unter den Opfern.

Flug GE222 war bei Sturm in ein Dorf in unmittelbarer Nähe zu seinem Zielflughafen Magong gestürzt. Die Maschine mit 54 Passagieren und 4 Crew-Mitgliedern war vom Flughafen von Kaohsiung im Süden Taiwans zum Magong-Flughafen auf Penghu aufgebrochen.

Gegen 19.00 Uhr Ortszeit stürzte das Regionalverkehrsflugzeug vom Typ ATR 72 mit zwei Triebwerken in das Dorf und fing Feuer. Jean Shen von Taiwans Luftverkehrsbehörde sagte Journalisten, dass sich der Start von Flug GE222 wegen schlechten Wetters von 16.00 Uhr auf 17.43 Uhr verschoben hatte. Trotz Sturmwarnung habe das Flugzeug eine Starterlaubnis bekommen, weil sich das Wetter etwas besserte.

"Der Tower [auf Penghu] bekam um 19.06 Uhr von dem Flugzeug eine Anfrage für einen Durchstart", sagte Jean Shen. "Dann verschwand das Flugzeug vom Radar." Es sei rund einen Kilometer von der Landebahn entfernt in ein Wohngebiet gestürzt. Anwohner seien nicht verletzt worden. Örtliche Medien hatten berichtet, vier Dorfbewohner seien bei der Bruchlandung verletzt worden.

Ein Dorfbewohner berichtete von einem lauten Knall und vier Stockwerke hohen Flammen. "Das passierte nur 150 Meter von meinem Haus entfernt", sagte er der Hongkonger Zeitung 'South China Morning Post'. "Das Flugzeug krachte in ein Haus, aber dort waren zu der Zeit zum Glück keine Menschen drin."