Taiwan: 120 Menschen sind noch immer verschüttet

11. Februar 2016 - 11:13 Uhr

Die Bergungstrupps können sich nur langsam voran arbeiten

Nach dem starken Erdbeben im Süden Taiwans suchen Rettungskräfte immer noch nach 120 vermissten. das Zentrum des Bebens lag in der Nähe der Millionenmetropole Tainan. Mindestens 29 Menschen kamen in den Trümmern ums Leben. Die Rettungskräfte gehen jedoch davon aus, das noch weiter Opfer gefunden werden. Rund 500 Menschen wurden bei dem Beben verletzt, 100 von ihnen müssen immer noch in den Krankenhäusern behandelt werden.

Nach dem Erdbeben in Tainan
Die Retter graben sich vorsichtig durch die Trümmer nach dem Erdbeben in Tainan.
© imago/Xinhua, imago stock&people

Das Beben der Stärke 6,4 brachte ein 16-stöckiges Wohnhaus zum Einsturz. Das Gebäude kippte unter den Erdstößen einfach um. Alleine in diesem Gebäude werden noch etwa 100 Menschen vermisst. Die Behörden haben den Verdacht, dass Pfusch am Bau die Ursache dafür gewesen sein könnte.

Vor dem Wohnkomplex versammelten sich verzweifelte Angehörige der noch immer verschüttteten Bewohner. Die Bergungskräfte holten drei weitere Bewohner aus den Trümmern, darunter einen kleinen Junge und seinen Vater, wie die Nachrichtenagentur CNA berichtete. Inzwischen wurden in dem Haus allein 22 Tote gefunden. Die meisten Verschütteten werden in den zerstörten unteren Stockwerken vermutet, zu denen sich die Rettungskräfte nur schwer Zugang verschaffen können.

Es wurde befürchtet, dass Hausreste weiter in sich zusammenbrechen und so Verschüttete und Rettungskräfte in Gefahr geraten könnten. Tainans Bürgermeister Lai Ching-te sagte, die Suche komme nur langsam voran, weil die Retter die Trümmerstücke vorsichtig und teilweise von Hand beseitigen müssten, um niemanden zu gefährden.

In Tainan sind insgesamt rund zehn Gebäude eingestürzt. Unter den Vermissten in der Stadt waren nach offiziellen Angaben auch mindestens 35 Kinder. Mehr als 350 Menschen konnten lebend geborgen werden. Wegen Einsturzgefahr wurden mehr als 400 Menschen bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht. Das Militär hat vorübergehend Lager mit 1.200 Betten eingerichtet. Das Erdbeben trübte die Stimmung am traditionellen chinesischen Neujahrsfest, das am Sonntagabend gefeiert wurde.