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Tag der vermissten Kinder: Albtraum zwischen Bangen und Hoffen

Tag der vermissten Kinder: Albtraum zwischen Bangen und Hoffen

ILLUSTRATION - 07.10.2017, Bayern, Nürnberg: Ein verloren gegangener Plüsch-Esel liegt zwischen Blättern auf einer Wiese. (zu dpa: «Angriff auf das Urvertrauen - Kleinkinder werden Opfer von Missbrauch» vom 11.05.2018) Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dp
Plüschtier im Gras
dka lim bwe, dpa, Daniel Karmann

Wenn Kinder verschwinden

Es ist der absolute Albtraum aller Eltern: Das eigene Kind verschwindet spurlos. Der Beginn, einer schrecklichen Ungewissheit, einem Schwebezustand zwischen Bangen und Hoffen. Der Tag der vermissten Kinder am 25. Mai soll auf das Thema aufmerksam machen.

Manche Kinder bleiben vermisst

ARCHIV - 29.01.1999, Hamburg: Ayla (l) und Kamil Ercan zeigen in ihrer Wohnung im Hamburger Stadtteil Lurup ein Foto ihrer vermissten Tochter Hilal Ercan.  Seit Jahren sind die Kinder wie vom Erdboden verschluckt: Die damals zehnjährige Hilal Ercan v
Ayla (links) und Kamil Ercan zeigen in ihrer Wohnung im Hamburger Stadtteil Lurup ein Foto ihrer vermissten Tochter Hilal Ercan (Archivfoto, Januar 1999).
bcf chc sab lof sab, dpa, Kay Nietfeld

8.234 Kinder wurden laut Bundekriminalamt im Jahr 2017 als vermisst gemeldet. Die Zahl ist erschreckend. Zwar können von circa 95,8 Prozent der Fälle aufgeklärt werden, doch einige Kinder bleiben verschwunden. Zu diesen Kindern gehören auch Hilal, Inga und Aref – drei Namen, die vielen Deutschen im Gedächtnis geblieben sind.

Die damals zehnjährige Hilal Ercan verschwand 1999 in Hamburg-Lurup, nahe der elterlichen Wohnung. 2015 verlor sich die Spur der fünf Jahre alten Inga Gehricke in einem Waldstück bei Stendal in Sachsen-Anhalt. Ein Jahr später verschwindet auch der vierjährige Aref auf einem Spielplatz in Eschwege . Das Bundeskriminalamt führt laut der Deutschen Presseagentur keine Statistik zu der Anzahl von Kindern, die vermisst bleiben.

Ein Alarmsystem für Deutschland?

Im Falle einer Kindesentführung ist schnelles Handeln lebenswichtig. Viele Länder, wie Polen, Großbritannien und die Niederlande haben bereits ein Alarmsystem für genau diesen Fall entwickelt. Laut Lars Bruhns, Vorstand der Hamburger Initiative Vermisste Kinder, könnten in den Niederlanden 12 auf diese Weise 12 Millionen Menschen in nur 15 Minuten per SMS erreicht werden.

Ein solches Alarmsystem wünscht sich der 37-Jährige auch für Deutschland. Die Polizei sieht das jedoch anders. "Die derzeitige Art der Vermisstenbearbeitung in Deutschland ist eingespielt und effizient und hat sich aus polizeilicher Sicht sehr bewährt, so dass eine Veränderung derzeit nicht geplant ist", so ein Sprecher des Bundeskriminalamts.