"Earth Day" und die Geburt des Klimaprotests

Tag der Erde vor 50 Jahren: 20 Millionen Amerikaner demonstrieren für Klimaschutz

22. April 2020 - 10:18 Uhr

Die Geschichte vom "Tag der Erde" ist auch die Geschichte der Klimaschutzbewegung

Die USA sind derzeit einer der größten Bremser beim globalen Klimaschutz. Das ist spannend, denn vor 50 Jahren nahm die Klimaschutzbewegung ihren Anfang in New York, USA. Am 22. April 1970 versammelten sich Hunderttausende junge Amerikaner und feierten den ersten "Earth Day", den ersten "Tag der Erde". Sie blockierten 40 Blocks der berühmten Fifth Avenue, sie sammelten Müll und füllten eine riesige Gummiblase mit sauberer Luft, damit sie mitten in New York mal wieder durchatmen konnten.

50 Jahren später ist die Klimabewegung erwachsen geworden, aber die Probleme sind keinesfalls kleiner.

Es begann, als die Verschmutzung unerträglich wurde - Flüsse, die man anzünden konnte

FILE - In this April 22, 1970 file photo, hundreds listen to Earth Day speakers after cleaning up New York's Union Square Park. (AP Photo)
1970 gingen 20 Millionen Amerikaner auf die Straße, um gegen die krassen Umweltzerstörungen der späten 60er Jahre zu demonstrieren.
© AP, IP AM1

Der damals 25-jährige Student Denis Hayes organisierte den Protest und brachte bis zu 20 Millionen Amerikaner auf die Straße. Das waren damals 10 Prozent der Bevölkerung. In den späten 60er Jahren scherte sich kaum ein Unternehmen um Umweltschutz, der Wohlstand der Gesellschaft wuchs auf der rücksichtslosen Ausbeutung des Planeten, Nachhaltigkeit stand höchstens in den Büchern einiger Studenten.

Allerdings erzeugte die Rücksichtslosigkeit der Industrie eine tiefe Ablehnung in der Jugend. Hayes erinnert sich: die Ölpest von Santa Barbara vor der kalifornischen Küste 1969, verpestete Luft in den Städten, Autobahnen mitten durch Wohngebiete, Flüsse, in denen so viel Öl schwamm, das man sie anzünden konnte, der massenhafte Einsatz des Insektizids DDT, das alles trieb die jungen Menschen auf die Straße. Sie wollten an diesem Tag ihren Protest äußern und auch über ihren Konsum nachdenken.

Trotz der Erfolge der Bewegung sind die Probleme größer geworden

Climate change activist Greta Thunberg speaks at the High-Level event on Climate Emergency during the U.N. Climate Change Conference (COP25) in Madrid, Spain December 11, 2019. REUTERS/Susana Vera
Greta Thunberg ist mit ihren 17 Jahren die Ikone der aktuellen Klimaprotest-Bewegung.
© REUTERS, SUSANA VERA, AWI

Der Tag der Erde war ein großer Erfolg. US-Präsident Richard Nixon brachte wegen des großen Drucks der Straße verschiedene Umweltschutzgesetze auf den Weg. Seit 1990 ist der "Earth Day" fest auf den 22. April terminiert. Damals feierten 200 Millionen Menschen in 141 Ländern. Die Idee dieses Gedenktages war so erfolgreich, dass sie sogar den Weg zur ersten Weltklima-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro ebnete. 2016 wählten die Vereinten Nationen den "Earth Day" aus, um am 22. April das 2015 ausgearbeitete historische Pariser Klimaabkommen unterzeichnen zu lassen. 175 Staaten taten dies.

Seit es die Fridays-for-Future-Bewegung gibt, erfährt auch der "Earth Day" neuen Schwung. Denn die Probleme sind nicht gelöst, sie sind trotz aller Erfolge der Bewegung noch größer geworden. Vor einem halben Jahr sprach Greta Thunberg, die neue Ikone des Klimaschutzes, vor der UN-Vollversammlung. Die nächste Generation ist erwacht und sie kämpft um ihre Zukunft. Am 22. April gibt es weltweit Tausende Aktionen zum Umweltschutz – auch in Deutschland (hier finden Sie alle).

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Earth Day. am 22. April - der Erde zuliebe
© imago images/Panthermedia, leila777divine , via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ziel des Tages der Erde: Die Welt für immer verändern, nicht für einen Tag

In diesem Jahr nun findet der Tag der Erde während der Corona-Pandemie erstmals nur online statt. Ziel ist, die digitale Landschaft mit Aktionen, Diskussionen und Ideen zu fluten. Es geht darum, die Welt für immer zu verändern, nicht nur für einen Tag.

Die Menschheit steht vor ihrer größten Aufgabe, nämlich die Erde so zu belassen, dass sie für Menschen weiterhin bewohnbar bleibt. Angesichts des Massenaussterbens der Arten, das wir live vor unseren Augen erleben, eine Aufgabe, die größer kaum sein könnte.

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