Syrische Regierung startet heftige Angriffe auf Idlib

08. September 2018 - 21:36 Uhr

Schwerste Angriffe seit einem Monat

Die syrische Regierung hat zusammen mit ihrem Verbündeten Russland Menschenrechtlern zufolge die schwersten Luftangriffe auf die Rebellenprovinz Idlib seit einem Monat geflogen. Der südliche Teil der Provinz und auch der Norden der angrenzenden Region Hama seien von etwa 90 Bombardements erschüttert worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Dazu habe es Beschuss mit Artillerie und Raketen gegeben. Mindestens vier Zivilisten seien getötet worden, darunter zwei Kinder.

Regierung drohte mit Offensive

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien. Die Regierung hatte dort in den vergangenen Wochen ihre Truppen zusammengezogen und mit einer Offensive gedroht. Sie will nach eigenen Angaben das ganze Land wieder unter ihre Kontrolle bringen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte sie wichtige Gebiete wieder eingenommen, darunter die lange umkämpfte Region Ost-Ghuta bei Damaskus und den Süden des Landes. Dort gaben die Rebellen zu großen Teilen kampflos auf.

Ob es sich allerdings schon um den Start der befürchteten Großoffensive handelt, blieb am Samstag zunächst unklar. Ein Kommandeur der regierungstreuen Truppen sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Angriffe beschränkten sich momentan ausschließlich auf Bombardements aus der Luft. Es gebe zum Zeitpunkt keinen Plan, Bodentruppen einzusetzen.

Gespräche gescheitert

Die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Iran hatten sich bei einem Treffen in Teheran nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Die Türkei konnte Russland und den Iran als Verbündete Syriens nicht von einer Waffenruhe in der Provinz überzeugen. Idlib ist die letzte von den Rebellen gehaltene Region in Syrien, drei Millionen Zivilisten leben dort. Die UN warnte vor einer humanitären Katastrophe mit hunderttausenden Flüchtlingen.