Syrische Führung bereitet Militäroffensive vor

15. Februar 2016 - 0:18 Uhr

Die syrische Führung bereitet offensichtlich eine Militäroffensive gegen Regimegegner in der nordwestlichen Provinz Idlib vor. Die regierungsnahe Nachrichtenwebsite 'Damas Post' meldete, zahlreiche Einwohner der Region hätten die Städte und Dörfer der Provinz verlassen, damit die Armee freie Hand habe bei der Verfolgung bewaffneter Extremisten.

Zwischen 800 und 2.000 Kämpfer, darunter "Frauen und Männer aus Dörfern, die für ihren religiösen Extremismus bekannt sind", bereiteten sich dort auf eine Schlacht vor. Die Anwohner hätten die Soldaten aufgefordert, "ohne Gnade" gegen diese Extremisten vorzugehen, die Anfang der Woche in der Kleinstadt Dschisr al-Schogur 120 Soldaten und Polizisten getötet hätten. Die Regimegegner aus dem Bezirk, von denen einige inzwischen über die Grenze in die Türkei geflüchtet sind, hatten dagegen berichtet, Soldaten hätten auf Demonstranten in Dschisr al-Schogur geschossen und die Bewohner des Ortes gedemütigt. Anschließend sei es zu einem Gefecht unter den Soldaten gekommen, weil sich einige den Befehlen ihres Kommandeurs widersetzt hätten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, Präsident Baschar al-Assad habe angeordnet, in mehreren Provinzen Verwaltungsgerichte zu schaffen. Dies solle den Bürgern, die bisher für jedes Verfahren in die Hauptstadt Damaskus reisen mussten, das Leben erleichtern.