Syrien: Tote bei Angriff auf Militärflughafen nahe der Stadt Homs

09. April 2018 - 9:10 Uhr

Militärbasis im Westen Syriens bombardiert

In der Nähe der Stadt Homs ist nach Angaben von syrischen Staatsmedien eine Militärbasis bombardiert worden. Die USA bestreiten, daran beteiligt gewesen zu sein, drohen Syrien allerdings mit Konsequenzen für den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen.

USA und Frankreich verurteilen Giftgasangriff scharf

Bei dem Raketenangriff auf den Flughafen im Westen Syriens habe es Tote und Verletzte gegeben, berichtet die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Die syrische Flugabwehr habe acht Raketen abgeschossen. Die Agentur beruft sich auf Militärquellen. Unklar blieb zunächst, wer für den Beschuss verantwortlich ist. Gerüchte in den sozialen Medien, die USA könnten den Militärflughafen in Homs angegriffen haben, dementierte das Pentagon. "Derzeit führt das Verteidigungsministerium keine Luftschläge in Syrien aus", sagte ein Sprecher. Dennoch werde die Situation genau beobachtet.

Der Raketenangriff folgt auf einen mutmaßlichen Giftgasanschlag der syrischen Armee auf die Stadt Duma in der Rebellenhochburg Ost-Ghouta. Dabei sollen am Samstag über 150 Menschen getötet und mehr als 1.000 verletzt worden sein. US-Präsident Donald Trump und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron berieten sich am Telefon und verurteilten den Angriff scharf. Die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden. Allerdings gab es zunächst keine eindeutigen Beweise dafür, dass der mutmaßliche Giftgaseinsatz auf das Konto Assad-Regimes geht.

Mit dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff befasst sich am Montag auch der UN-Sicherheitsrat. Die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung mit acht weiteren Staaten, darunter Frankreich und Großbritannien als ständige Ratsmitglieder. Auf Antrag Russlands soll es ein separates zweites Treffen geben.