News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

Syrien: Granaten treffen Krankenhaus in Afrin – Mindestens 16 Tote

Afrin in Trümmern
Afrin in Trümmern: Granaten treffen Krankenhaus - mindestens 16 Tote © imago/Xinhua, Xinhua, imago stock&people

Flucht und Tod halten an

Wegen der anhaltenden Angriffe auf die belagerten Gebiete Afrin und Ost-Ghuta in Syrien sind erneut tausende Menschen aus den heftig umkämpften Gegenden geflohen. Sowohl die türkische Armee und ihre Verbündeten, als auch die syrische Regierung und Russland setzten am Freitag ihre Angriffe fort. Nach Angaben von Beobachtern und Aktivisten wurden dabei weit mehr als 100 Zivilisten getötet.

Türkische Granaten sollen Krankenhaus getroffen haben

In der kurdischen Stadt Afrin in Nordsyrien wurde nach Angaben eines Arztes das einzige Krankenhaus von türkischen Granaten getroffen. Mindestens 16 Menschen seien getötet und Dutzende andere verletzt worden, sagte Doktor Joan Schitika per Nachrichtendienst WhatsApp. Die türkischen Streitkräfte dementierten, dass sie ein Krankenhaus beschossen hätten.

"Das Krankenhaus wurde von mehreren türkischen Granaten getroffen", erklärte dagegen der Arzt. "Zivilisten werden sogar in Krankenhäusern angegriffen, und Afrin wird wahllos mit Tausenden Granaten beschossen." Zuvor war bereits von 27 getöteten Zivilisten berichtet worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Massenflucht von Zivilisten ging angesichts heftiger Kämpfe weiter.

'Garantiemächte' Türkei, Iran und Russland mit Entwicklung zufrieden

Afrin steht seit Beginn der Woche praktisch unter Belagerung von türkischen Truppen und mit ihnen verbündeten Rebellen. Das türkische Militär warf Flugblätter über der Stadt ab und warnte die Bewohner, sich von "Terroristen" fernzuhalten. Die Zettel riefen dazu auf, "der türkischen Armee zu vertrauen" und den "Schutz des türkischen Militärs" zu suchen. Seit dem 20. Januar geht die Türkei zusammen mit Verbündeten gegen die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG in Afrin vor. Sie sieht darin einen verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in Syrien. Russland, der Iran und die Türkei, die sich selbst als Garantiemächte für die Überwachung eines Waffenstillstands in Syrien sehen, haben sich zufrieden mit der Entwicklung in dem Land gezeigt. Besonders die gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus seien hervorzuheben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die das kasachische Außenministerium nach einem Treffen der Konfliktparteien in Astana verbreitete. Darin drückten die Außenminister zugleich ihre Sorge über andauernde Verletzungen der Feuerpause aus.

Mehr News-Themen