Syrien: 16 Kinder bei Luftangriff auf Ost-Ghouta getötet

20. März 2018 - 20:17 Uhr

Opfer hatten Zuflucht in einer deutschen Partnerschule gesucht

Bei einem weiteren verheerenden Luftschlag sind in der syrischen Region Ost-Ghouta 16 Kinder und vier Frauen ums Leben gekommen. Die Opfer hatten sich im Keller einer Schule versteckt, die aus Deutschland unterstützt wird. Die beiden Hilfsorganisationen Medico International und Adopt a Revolution teilten mit, sie finanzierten die Schule seit rund fünf Jahren. Auch in der Stadt Irbin seien mehr als 50 Menschen verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Bunkerbrechende Waffen töteten 15 Kinder bei Luftangriff im syrischen Ost-Ghouta

Syriens Präsident Baschar al-Assad besucht Truppen in Ost-Ghouta.
Syriens Präsident Baschar al-Assad bei einem Truppenbesuch in Ost-Ghouta.
© imago/Xinhua, Syrian Presidency, imago stock&people

Den beiden Organisationen zufolge wurde die Schule von einer bunkerbrechenden Rakete getroffen. Diese habe drei Stockwerke durchschlagen, bevor sie im Keller explodiert sei. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten rund 400 Menschen in der Schule vor Bombardierungen Schutz gesucht. Der eingesetzte Waffentyp und die Art der Zerstörung seien starke Indizien für einen Angriff durch russische Streitkräfte.

"Der russische Einsatz bunkerbrechender Waffen gegen Luftschutzkeller dient keinerlei militärischem Zweck, sondern ist ein terroristischer Akt", sagte Elias Perabo  (Adopt a Revolution). Ein solcher Angriff habe allein das Ziel, möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen und Unsicherheit zu schaffen. Moskau ist im syrischen Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

Russland, das die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad unterstützt, fliegt seit Wochen Angriffe auf die von Rebellen kontrollierte Region; die Kämpfe in Ost-Ghouta gehen sogar trotz Waffenruhe weiter. Die Situation der eingeschlossenen Zivilbevölkerung ist hoffnungslos, die humanitäre Lage eine Katastrophe.

Seit Beginn der Offensive Mitte Februar sind syrischen Menschenrechtlern zufolge mehr als 1.450 Zivilisten in dem Gebiet getötet worden. Am Sonntag inszenierte sich Syriens Präsident Baschar al-Assad in Ost-Ghouta mit Soldaten. Er beglückwünschte "alle Patrioten, die zu dieser Nation stehen". Den Großteil des ehemaligen Rebellengebietes haben Assads Truppen mittlerweile eingenommen. Die Stadt Irbin wird jedoch noch von Gegnern der Regierung kontrolliert.