Hund, Katze, Pferd & Co.

So erkennen Sie einen Hitzschlag bei Haustieren

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21. Juli 2019 - 6:24 Uhr

Die extreme Hitze setzt Mensch und Tier zu

Puh, was für Temperaturen! Ein Wetter-Rekord jagt den nächsten, Ventilatoren stehen kurz vor dem Ausverkauf und wer nicht gerade am erfrischenden Badesee liegt, scheint förmlich zu zerfließen. Die Sahara-Hitze macht jedoch nicht nur uns Menschen zu schaffen, sondern auch unseren Haustieren.

Hitzeschlag besser gar nicht erst riskieren!

Es gibt jede Menge Tipps und Gadgets, um Haustieren die aktuellen Temperaturen erträglicher zu machen. Unsere Redakteurin Linda Elden hat kürzlich sechs dieser Anti-Hitze Tricks mit ihrer Hündin Nala getestet (das Ergebnis gibt's unten im Video!). Aber was, wenn es schon zu spät ist? Wer seine Vierbeiner nicht ausreichend vor Hitze schützt, riskiert einen Hitzschlag. Wir verraten, wie Sie diesen bei Hunden, Katzen, Pferden und Kleintieren erkennen.

Hitzschlag bei Hunden erkennen

Mops liegt auf der Seite mit Zunge raus
Hunde mit kurzen Nasen - wie der Mops - sind bei Hitze besonders gefährdet.
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Hunde können, anders als wir Menschen, ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen ausgleichen. Sie regulieren sie durch Hecheln. Dabei verdunsten ihr Speichel und  bis die Sekrete der Maulschleimhäute und des Atmungstrakts. Doch sobald die Umgebungstemperatur 28 bis 30° Celsius übersteigt, reicht dieser Mechanismus nicht mehr aus, damit Hunde ihre Körpertemperatur regulieren können. Schon bei diesen Temperaturen droht ihnen deshalb ein Hitzschlag. Hunde mit einer flachen Nase (Mops, englische und französische Bulldogge, Pekinese) sind übrigens besonders gefährdet.

Die ersten Symptome, die auf einen Hitzschlag beim Hund hinweisen, sind anhaltendes, starkes Hecheln, vermehrter Speichelfluss, heiße und gerötete Ohrinnenseiten, Unruhe und Panik. Oft hält der Hund den Hals langgestreckt und die Zunge hängt weit heraus.

Schon bei diesen Symptomen wird der Hund selbstständig versuchen, einen kühlen Ort aufzusuchen. Ist er jedoch festgebunden, kein schattiges Plätzchen verfügbar oder ist er gar im Auto eingeschlossen (das sollte er NIEMALS sein!), wird danach die Atmung schneller und flacher, er bekommt Herzrasen, taumelt und verliert das Gleichgewicht. Auch Erbrechen und (blutiger) Durchfall sind möglich.

Jetzt müssen Sie den Hund schnellstens kühlen (mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser oder feuchten Umschlägen) und ihn ärztlich versorgen lassen! Unbehandelt kann ein Hitzschlag nämlich zum Kreislaufkollaps und damit zum Tod des Hundes führen.

Hitzschlag bei Katzen erkennen

Katze hechelt
Bei einem Hitzschlag beginnen Katzen so zu hecheln wie Hunde.
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Auch Katzen können ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren. Sie haben nur an den Pfötchen Schweißdrüsen. Vor allem ältere Katzen oder Jungtiere, kranke und übergewichtige sowie Katzen mit kurzen Nasen (z. B. Perser) und dichtem Unterfell sind bei hohen Temperaturen besonders gefährdet.

Ein drohender Hitzschlag macht sich bei Katzen dadurch bemerkbar, dass sie unruhig werden und sich ein schattiges Plätzchen suchen. Wie Hunde können sie ihre Körpertemperatur ein wenig reduzieren, indem sie hecheln. Schreitet der Hitzschlag fort, wird die Unruhe der Katze ins Gegenteil umkehren: Sie legt sich apathisch auf den Bauch und wird träge. Es kann zu Atemnot, Krämpfen und Hyperventilieren kommen. Manche Katzen erbrechen sich, andere werden bewusstlos.

Auch eine Katze sollten Sie nun kühlen. Am besten mit einem nassen Lappen sanft abstreichen oder ein dick eingewickeltes Kühlpad über ihren Körper reiben. Versuchen Sie, dem Tier mit einer Pipette Flüssigkeit zuzuführen – es sei denn, die Katze ist bereits bewusstlos. Nach diesen erste Hilfe Maßnahmen, sollte der Weg direkt zum Tierarzt führen.

Hitzschlag bei Pferden erkennen

Pferde auf der Weide
Auch Pferde brauchen immer einen schattigen Platz!
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Im Gegensatz zu Hunden und Katzen können Pferde wie wir Menschen schwitzen. Dennoch ist auch bei ihnen ein Hitzschlag möglich, wenn sie zu hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Ausreichend Wasser und ein schattiges Plätzchen sollten Pferden immer zugänglich sein.

Bei Pferden erkennt man den Hitzschlag an anfänglich vermehrter Schweißproduktion, die dann aber versiegt. Die Atmung ist beschleunigt, die Nüstern sind geweitet. Das Pferd wird apathisch und die Schleimhäute verfärben sich erst dunkel und dann sehr hell. Schließlich beginnt das Pferd zu taumeln und stürzt. 

Auch hier muss schnellstens ein Tierarzt hinzugerufen werden. Bis dieser eintrifft, sollte das Pferd in den Schatten, mit kühlem aber nicht einkalten Wasser gekühlt oder in feuchte Decken gewickelt werden – vor allem Kopf und Nacken.

Hitzschlag bei Kaninchen, Meerschweinchen & Co. erkennen

Kaninchen und Meerschweinchen im Käfig
Genialer Hack: Kleintieren mit einem Pflanzenuntersetzer und einem Kühlakku einen angenehmen Liegeplatz bauen.
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Von unseren kleineren Haustieren sind vor allem Kaninchen und Meerschweinchen gefährdet, einen Hitzschlag zu erleiden. Bei Außengehegen sollte ihnen immer ausreichend Platz im Schatten und natürlich frisches Wasser geboten werden.

Doch auch Wohnungen, die sich auf über 30° Celsius erhitzen, können für die kleinen Nager zur Hitzefalle werden. Am besten mit nassen Handtüchern den Käfig abdecken (aber so, dass Luft weiterhin zirkulieren kann) oder Kühlpads oder gefrorene Plastikwasserflaschen außen an den Käfig legen. Ein Hack, der auch super hilft: einen Pflanzenuntersetzer umgedreht auf einen Kühlakku legen und ein Tuch darüberlegen. Darauf finden Häschen und Meerschweinchen ein kühles Liegeplätzchen.

Bekommen die Tiere dennoch einen Hitzschlag, zeigt sich das durch Unruhe, Apathie, Hecheln oder Koordinationsprobleme. In diesem Fall sollten Sie schnellstens einen Tierarzt aufsuchen!