Was ist als Beifahrer eigentlich erlaubt?

Frau bekommt Knöllchen, weil Beifahrerin facetimt

Fahrerin wird bestraft, weil Beifahrerin facetimt.
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17. Januar 2020 - 17:11 Uhr

Autofahrerin wird wegen Aktion von Beifahrerin bestraft

Wenn man hinter dem Steuer sitzt, dann hat das Handy nichts in der Hand zu suchen – logo. Aber dass auch der Beifahrer nicht facetimen sollte und dann auch noch der Fahrer dafür Strafe zahlen muss, wenn er erwischt wird? Das ist neu. Einer Australierin ist jetzt genau das passiert. Ist so etwas auch bei uns in Deutschland möglich? Und was sollte unser Beifahrer lieber lassen?

337 Dollar Strafe, weil Beifahrerin facetimt

Ganze 337 Dollar musste Sheree aus Sydney zahlen, weil ihre Beifahrerin während der Fahrt facetimte. Die Autofahrerin veröffentlichte bei Social Media ein Foto von der Geldbuße. Als Grund steht darauf: Fahrzeug fahren, bei dem ein Ablenken wahrscheinlich ist. Sie selbst sei geschockt: Sie hatte keine Ahnung, dass sie damit gegen ein Gesetz verstoße. Der Post geht viral, viele User sind empört. Und werfen dem Staat vor, nur Geld verdienen zu wollen.

Australien, das ist weeeeit weg. Hier ist das ja ganz anders. Oder?

Darf in Deutschland der Beifahrer facetimen?

Na klar, so lange der Fahrer dadurch nicht abgelenkt ist. "Das wäre in Deutschland kein Bußgeldbestand – das ist ja nichts anderes, als wenn der Beifahrer telefoniert", sagt Wolf Thorge Büsing, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Köln. Hält der Beifahrer allerdings das Handy für den Fahrer, damit dieser facetimen kann, wäre das nicht legitim, erklärt Büsing.

Haftet der Fahrer für den Beifahrer?

Nein. Der Fahrer ist nicht einmal dafür verantwortlich, dass alle Autoinsassen angeschnallt sind – trotz Anschnallpflicht. Außer, wenn diese minderjährig sind. "Eine Haftung für das Verhalten des Beifahrers kennt das deutsche Bußgeldrecht nur für Kinder. Hier haftet der Fahrer dafür, dass Kinder gesichert sind", sagt Büsing.

Was darf der Beifahrer in Deutschland alles?

"Er darf alles, er darf nur den Fahrer nicht ablenken", sagt Rechtsanwalt Büsing. Der Beifahrer darf betrunken sein, ein Handy benutzen, die Füße aufs Amaturenbrett legen – so lange der Fahrer dadurch nicht eingeschränkt ist – und und und. Nur den Fahrer, den muss er in Ruhe lassen. Und auf keinen Fall ins Lenkrad fassen! Und das Gemotze über den Fahrstil lassen. Das ist allerdings nur ein gesellschaftliches Tabu.