11. Januar 2019 - 15:04 Uhr

Fahrer in "psychischer Ausnahmesituation"

Ausgerechnet an Heiligabend rastete ein 57-jähriger Mann aus. In einem Wohngebiet in Baunach nahe Bamberg in Bayern rammte er absichtlich mehrere Autos, setzte sogar immer wieder zurück und gab erneut Gas. Augenzeugen filmten die Amokfahrt mit ihren Handys. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

Flucht vor der Polizei endet an Gartenzaun

Als "Kamikazefahrt von Bamberg" machte der Vorfall an Weihnachten Schlagzeilen. Auf den Videos der Anwohner ist zu sehen, wie der Mann durch die Ortschaft rast und mehrere Autos demoliert - und das offensichtlich mit voller Absicht. Weil er mit seinem SUV auch gezielt auf Menschen zugefahren sein soll, wird jetzt sogar wegen versuchter Tötung gegen ihn ermittelt.

Der Amokfahrer habe sich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden, sagte Polizeisprecher Jürgen Stadter gegenüber RTL. Als die Beamten ihn stellen wollten, gab er erneut Gas, rammte bei der Flucht ein weiteres Auto und kam erst an einem Gartenzaun zum Stehen. Bei seiner Festnahme leistete er Widerstand, erst mit Pfefferspray gelang es den Beamten, ihn zu stoppen.

Rätseln über Motiv von "Kamikazefahrer von Bamberg"

Gerüchte, es habe sich möglicherweise um eine Beziehungstat gehandelt, wollte Stadter nicht bestätigen. Ermittelt werde in alle Richtungen. Hinweise auf ein belastbares Motiv gibt es noch nicht. Immerhin: Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Der 57-Jährige befindet sich nach Angaben der Polizei aufgrund seiner "psychischen Verfassung" in ärztlicher Behandlung.

Ob es überhaupt zu einer Anklage kommt, ist noch offen. Möglich sei auch ein Unterbringungsverfahren, so Stadter. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, wird er sich auch wegen Sachbeschädigung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung verantworten müssen.