Sutil stocksauer auf Hamilton: "Ein Feigling"

Adrian Sutil: Von Lewis Hamilton vor Gericht alleine gelassen
Adrian Sutil: Von Lewis Hamilton vor Gericht alleine gelassen
© dpa, Frank Leonhardt

01. Februar 2012 - 9:36 Uhr

Adrian Sutil hat in den vergangenen Tagen einen Albtraum erlebt: Prozess verloren, 18 Monate Haft auf Bewährung, 200.000 Euro Strafe, Formel-1-Zukunft ungewiss - und jetzt hat er auch noch einen Freund weniger. Nachdem Lewis Hamilton den Deutschen vor Gericht hängen ließ, bezeichnete Sutil diesen als "Feigling".

"Ich will mit so jemandem nicht befreundet sein", sagte Sutil der 'Bild'. "Er ist für mich kein Mann. Selbst sein Vater hat mir eine SMS geschrieben und mir Glück gewünscht für den Prozess." Von Hamilton sei hingegen nichts gekommen. "Er hat seine Handynummer geändert. Ich konnte ihn nicht mehr erreichen", so Sutil.

Hamilton war in dem Prozess gegen Sutil wegen gefährlicher Körperverletzung als Zeuge vorgeladen. Er hatte den Abend am 17. April 2011 im noblen M1NT-Nachtclub in Shanghai zusammen mit Sutil verbracht. Als Sutil dem Luxemburger Geschäftsmann und Teambesitzer Eric Lux mit einem Champagnerglas eine Schnittwunde am Hals zufügte, saß Hamilton direkt neben dem Deutschen.

Nach dem Vorfall soll er Sutil ins Hotel gebracht, dessen Manager informiert und ihm die Telefonnummer von Lux besorgt haben. Laut Manager Manfred Zimmermann sah Hamilton die Geschichte so, wie auch Sutil sie erzählt hatte - als Affekthandlung nach vorheriger Provokation.

Hamilton erscheint nicht vor Gericht

Sutil war also dementsprechend erleichtert, als sich sein Freund aus ehemals gemeinsamen Zeiten in der Formel 3 als Zeuge anbot. Nur deshalb ließ er sich wohl auch auf den Prozess ein. Denn die Staatsanwältin hatte ihm zuvor angeboten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen Strafbefehl für ein Jahr auf Bewährung auszustellen, schreibt die 'Süddeutsche Zeitung'.

Kaum jemand hätte davon Notiz genommen, jetzt sahen mehrere Kamerateams, Fotografen und Berichterstatter im Gerichtsaal zu, wie die Formel-1-Karriere von Sutil zerstört wurde. Denn Hamilton erklärte sich nicht nur für unpässlich, nein, in einer schriftlichen Erklärung teilte er dem Gericht auch noch mit, er habe in besagter Nacht nichts gesehen.