Sutil-Prozess: Berater kämpfen um außergerichtliche Einigung

Adrian Sutil erscheint bestens gekleidet und gerüstet im Amstgericht München.
Adrian Sutil erscheint bestens gekleidet und gerüstet im Amstgericht München.
© dpa, Frank Leonhardt

31. Januar 2012 - 11:40 Uhr

Adrian Sutil bemüht sich auch nach Beginn des Prozesses wegen gefährlicher Körperverletzung um eine außergerichtliche Einigung mit dem angeblichen Opfer. Sutils Berater Manfred Zimmermann und Nebenkläger Eric Lux wollten nach Angaben von Sutils Verteidiger daher ein Treffen vereinbaren.

Sutil hatte im vergangenen April den Luxemburger in einer Disco in Shanghai mit einem Glas am Hals verletzt. Ein Urteil wird für Dienstag erwartet.

In seiner Aussage entschuldigte sich Sutil beim luxemburgischen Geschäftsmann Eric Lux, zugleich betonte er jedoch, nicht absichtlich gehandelt zu haben.

"Es tut mir leid, wahnsinnig, ich wollte es nicht", sagte der Formel-1-Pilot am Montag bei seiner Vernehmung im Amtsgericht München. Der 28-Jährige aus Gräfelfing erklärte aber auch, dass er bereits zuvor mehrfach versucht habe, sich bei Lux zu entschuldigen. Der Teilhaber des ehemaligen Renault-Teams habe dies jedoch stets abgeblockt. Lux, der während Sutils Aussagen noch nicht im Raum war, bestritt den Versuch einer Kontaktaufnahme Sutils später bei seiner Vernehmung nicht. Warum er ein Gespräch allerdings abgeblockt hat, sagte er nicht.

Dafür betonte Lux, er habe eine persönliche Entschuldigung erwartet. "Ich hätte erwartet, dass er nach Luxemburg kommt und sich bei mir entschuldigt. Ein Anruf tut es nicht", sagte der Geschäftsmann.

Sutil, der außeroredentlich konzentriert und beherrscht auftrat, hatte Lux im April 2011 am Abend nach dem Großen Preis von China in einer Disco in Shanghai mit einem Glas am Hals verletzt. Die neun Zentimeter lange Wunde musste genäht werden. Später hatte Lux Sutil angezeigt.

Richterin Christiane Thiemann las im Gerichtssaal eine Mail von Sutil an Lux vom 15. Mai vor, in der sich der Rennfahrer entschuldigt, Vorsatz oder Absicht ausgeschlossen sowie seine Bereitschaft geäußert hatte, ein Charity-Projekt von Lux in Afrika zu unterstützen. Auf Lux' Einwand der erwarteten persönlichen Entschuldigung antwortete die Richterin, er habe Sutil ja gesagt, er wolle nicht mit ihm reden, und der habe das wohl ernst genommen.

Sutil: "Er hat mir gedroht, er möchte mich zerstören"

Erst am 25. November in Brasilien war es in einem Hotel zu einem persönlichen Gespräch zwischen Sutil und Lux gekommen. Laut Sutil sei es die erste Chance zu einer Aussprache gewesen, bis dahin sei ihm Lux bei Rennen ausgewichen. Zuvor hatte es offenbar auch Versuche einer außergerichtlichen Einigung gegeben. Sutil sprach in diesem Zusammenhang von "komischen Angeboten" und "sehr, sehr viel Geld", zudem hätte er mehrere Rennen pausieren sollen. "Er hat mir gedroht, er möchte mich zerstören, dafür sorgen, dass ich für Jahre in den Knast komme", sagte Sutil. Die Vermutung, Lux habe durch eine Sutil-Pause sein eigenes Team stärken wollen, wies dieser zurück.