7. April 2019 - 15:53 Uhr

Schönster Tag des Lebens endet in einem Albtraum

Österreicherin Susanne B. (29) hat sich lange auf ihren großen Tag gefreut: Endlich wollte sie ihren Freund Langkeba (32) heiraten. Er ist ihre "große Liebe", kennengelernt haben sie sich im Italienurlaub. Das Fest ist quasi schon in vollem Gange, Freunde und Familie sind zum Standesamt in Salzburg gekommen. Doch dann unterbricht die österreichische Ausländerbehörde die Idylle. Fünf Minuten vor der Trauung nehmen Beamte Bräutigam Langkeba, der Gambier ist, im Standesamt fest, fahren ihn in einem Auto weg. Susanne B. ist in Tränen aufgelöst. Noch im Brautkleid wird sie mit ihren Gästen einfach stehengelassen. Die Schwester der Braut hat das Ganze gefilmt. Unser Video zeigt die Szenen der Festnahme.

Bräutigam Langkeba hielt sich illegal in Österreich auf

Doch warum wurde Langkeba mitgenommen? Laut einer Pressemitteilung des österreichischen Innenministeriums hatte sich der Mann aus Gambia illegal in Österreich aufgehalten. Er soll nach Italien abgeschoben werden. Dort hatte er nach seiner Flucht aus Gambia zuerst Asyl beantragt. Laut Dublin-Verordnung ist deshalb auch Italien für seinen Asylantrag zuständig.

Nach Angaben der Behörde wurde der Gambier mehrfach aufgefordert, Österreich zu verlassen. Dem kam er nicht nach. "Ihm muss klar gewesen sein, dass auch eine Eheschließung an seinem unsicheren Aufenthaltsstatus mit all seinen Konsequenzen nichts ändert", heißt es in der Pressemitteilung des Innenministeriums. Langkeba befindet sich derzeit noch in Abschiebehaft.

Warum griff die Ausländerbehörde erst fünf Minuten vor der Hochzeit ein?

Auch wenn die Behörden in Österreich rechtsstaatlich gehandelt haben, mutet der Zeitpunkt der Festnahme mehr als fragwürdig an. Braut Susanne B. kann immer noch nicht fassen, was am Tag ihrer geplanten Hochzeit passiert ist. "Wir haben die Hochzeit schon vor vier Monaten angemeldet. Und dann kommen die drei Minuten davor", sagte sie den "Salzburger Nachrichten", die zuerst über den Vorfall berichtet hatten.

Im Interview mit dem österreichischen Nachrichtenportal "OE24.at" sagte die enttäuschte Braut: "Hätten sie uns das früher gesagt, hätten wir nicht dieses große Hochzeitsauf­gebot bestellt." Kleid, Saalmiete, Torte – alles umsonst. "Das muss ich jetzt zahlen, und ich bin Alleinverdienerin." Besonders dreist: Die Beamten hätten vor der Festnahme sogar noch zugeschaut, wie Fotos gemacht wurden, so Susanne.

Hochzeit hätte an Aufenthaltsstatus nichts geändert

Wie Rechtsanwalt Gerhard Mory den "Salzburger Nachrichten" sagte, hätte die Hochzeit selbst am Aufenthaltsstatus des Gambiers nichts geändert: "Das hat überhaupt keine Auswirkung. Das schafft keinen Aufenthaltstitel."

Gerade deshalb stellt sich die Frage, warum die Beamten den beiden Verliebten ihren großen Tag nicht gönnten. Wie es für das Paar jetzt weitergeht, ist ungewiss.