Entscheidung nach acht Jahren

Surfspot bald mitten in Hannover? Prozess um stehende Welle

So könnte die "Leinewelle" in Hannover in Zukunft aussehen.
So könnte die "Leinewelle" in Hannover in Zukunft aussehen.
© Cityförster

13. Januar 2021 - 10:25 Uhr

Prozessbeteiligte machen sich ein Bild vor Ort

Die Klage des Fischereivereins Hannover gegen die sogenannte "Leinewelle" wurde heute (12.01.) von der Kammer des Verwaltungsgerichts abgelehnt. Die Begründung: Die Kammer sehe keine Verfahrensfehler oder Verletzung der Fischereirechte. Im Januar 2019 erteilte die Region Hannover die Erlaubnis zum Bau und Betrieb der "stehenden Welle" in der Leine am Niedersächsischen Landtag. Der Fischereiverband Hannover e.V. hatte Klage gegen diese Erlaubnis erhoben. Um sich ein genaues Bild machen zu können, begann die mündliche Verhandlung direkt am Leineufer und nicht im Gerichtssaal. Hier soll der Surfspot entstehen.

Durch "Leinewelle": Ökologie gefährdet?

Der Fischereiverband Hannover e.V. hatte beklagt, dass der Angelsport an dem Standort ausgeschlossen werden würde. Außerdem drohe durch die "Leinewelle" eine Reduzierung der Fischbestände im Fluss. Die Leinewellen-Betreiber haben von der Region Hannover bereits vor der Klage die Auflage bekommen, dass sie gutachterlich nachweisen müssen, dass kein Fisch durch die Anlage geschädigt oder nachhaltig gestört wird. Unter anderem soll ein Fischpass dafür sorgen, dass die Tiere auch während des Surfbetriebs vorbeischwimmen können.

Surfwelle schon seit 2013 in Planung

Erste Surfversuche auf der Leine, 2013
Bald könnte Hannover ein Surfspot werden.
© Johnny Knoblauch

Seit acht Jahren engagiert sich der Leinewelle e.V. dafür, dass die Flusswelle in der niedersächsischen Landeshauptstadt gebaut werden kann. Eine Rampe im Wasser soll eine künstliche Welle erzeugen. Die staut das Wasser für den Surfbetrieb auf, um das notwendige Gefälle für die Welle zu erzeugen. Außerhalb der Surfzeiten kann sie vollständig im Boden versenkt werden. Die Vorteile gegenüber Wellenreiten im Meer sind laut Betreiber: kein anstrengendes Rauspaddeln, kein Warten auf die perfekte Welle und keine Abhängigkeit von Gezeiten oder Wetter. Der Verein "Leinewelle" beziffert die Kosten für das Projekt auf etwa 1,2 Millionen Euro, die wohl komplett von Sponsoren getragen werden sollen. Der Fischereiverein will gegen das Urteil Berufung einlegen. Sollten sie damit keinen Erfolg haben, steht der künstlichen Welle nichts mehr im Weg. Dann könnten schon Ende des Jahres Surfer auf der Leine stehen.