Japaner räumen aus Angst die Läden leer

Supertaifun „Hagibis" und Erdbeben in Japan: Höchste Warnstufe für Tokio

12. Oktober 2019 - 15:32 Uhr

Japan lebt seit jeher mit Naturgewalten. Doch diesmal wird die Inselnation von einem besonders gefährlichen Taifun in Atem gehalten. Und als wäre das nicht schlimm genug, bebt auch noch die Erde. Was macht das mit den Menschen? Im Video zeigen wir, was gerade in Japan los ist.

„Hagibis" bringt Verkehr zum Erliegen

Ein außergewöhnlich starker Taifun hat Tokio und umliegende Regionen mit sintflutartigem Regen überzogen und mindestens einen Menschen in den Tod gerissen. Dutzende wurden am Samstag in den Sturmböen verletzt, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete.

Stellenweise gingen Erdrutsche nieder, manche Straßenzüge standen unter Wasser, einzelne Häuser im Großraum Tokio wurden teils stark beschädigt. 

Erst der Taifun, dann das Erdbeben

Der Wirbelsturm "Hagibis", der in Japan schlicht Nummer 19 genannt wird, traf am Abend (Ortszeit) bei der Halbinsel Izu nahe Tokio auf Land. Kurz zuvor wurde der Großraum Tokio am Abend dann auch noch von einem starken Erdbeben heimgesucht. Gefahr eines Tsunamis bestand jedoch nicht, wie die Meteorologische Behörde bekanntgab. Auch gab es keine Berichte über Verletzte in Folge der Erschütterung der Stärke 5,7. 

So groß wäre der Wirbelsturm in Europa

Unglaubliche Wassermassen im Gepäck von „Hagibis"

Wegen der Gefahr durch den Regen in Folge des Taifuns hatten die Behörden für Tokio sowie sechs weitere Regionen erstmals die höchste Warnstufe ausgegeben. Am Abend (Ortszeit) wurde die Intensität des Wirbelsturms allerdings von "sehr stark" auf "stark" herabgestuft.

Der Wirbelsturm ließ Flüsse im Großraum Tokio bedrohlich anschwellen. Rettungseinsätze wurden nach Einbruch der Dunkelheit deutlich erschwert. 

Aus Sorge vor den drohenden Auswirkungen des Taifuns findet zudem die Formel-1-Qualifikation zum Grand Prix von Japan erst am Rennsonntag statt. Alle für den Samstag auf dem Suzuka International Racing Course geplanten Aktivitäten wurden abgeblasen.

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Der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 216 Kilometern pro Stunde drohte, die Hauptstadt Tokio und andere Gebiete im Osten des Landes mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem Taifun überziehen, der 1958 mehr als 1200 Menschen in der Region das Leben kostete. Die Behörden warnten früh, dass Häuser in den starken Sturmböen einstürzen könnten. 

Side-Facts über den Taifun „Hagibis"

"Hagibis" ist ein Taifun. In anderen Teilen der Erde würde man "Hurrikan" oder "Zyklon" sagen. Sie alle beschreiben das gleiche Wetterphänomen. Im Atlantik und Nordpazifik werden die Stürme "Hurrikan" genannt. Im südwestlichen Indischen Ozean und im südwestlichen Pazifik werden sie als "schwere tropische Zyklone" bezeichnet. Im Nordwestpazifik nennt man die gleichen Stürme "Taifun".

Die Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala (SSHS) teilt die Stürme in fünf Kategorien.

  1. 119 bis 153 km/h
  2. 154 bis 177 km/h
  3. 178 bis 208 km/h
  4. 209 bis 251 km/h
  5. > 251 km/h

Der Taifun "Hagibis" hat schon eine beträchtliche Geschichte hingelegt.

"Hagibis" hat sich im Westpazifik, östlich der Inselgruppe Marianen gebildet und zog zunächst auf westlicher, später nordwestlicher Zugbahn, wobei er sich bis zur höchsten Kategorie 5 verstärkte.

  • 5. Oktober - Tropisches Tief - 48 km/h
  • 6. Oktober - Tropensturm - 96 km/h - Kategorie 1
  • 7. Oktober - Taifun - 185 km/h - Kategorie 3
  • 8. Oktober - Super-Taifun - 249 km/h - Kategorie 4
  • 9. Oktober - Super-Taifun - 257 km/h - Kategorie 5
  • 10. Oktober - Taifun - 233 km/h - Kategorie 4
  • 11. Oktober - Taifun - 209 km/h - Kategorie 4
  • 12. Oktober - Taifun - 169 km/h - Kategorie 2

Mehrere Verletzte und ein Toter

In Tokios Nachbarprovinz Chiba, wo bereits im September ein Taifun gewütet und zu massiven Stromausfällen geführt hatte, kam mindestens ein Mensch ums Leben, als ein Lastwagen in den Sturmböen umstürzte. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Hunderttausende waren zwischenzeitlich von der Stromversorgung abgeschnitten. Unternehmen wie die beiden großen Autobauer Toyota und Honda ließen die Bänder in einigen ihrer Fabriken an dem Tag ruhen.

„Hagibis": Kurz und heftig

Der Wirbelsturm wird sich vorausschtlich in der Nacht weiter Richtung Norden bewegen und am Sonntag abziehen.