10. Juli 2013 - 8:41 Uhr

Leben im All

Ein internationales Forscherteam hat in einem nahen Sonnensystem eine zweite Erde aufgespürt. Wegen seiner Größe wird der Planet 'Super-Erde' genannt. Hauptautor Guilem Anglada-Escudé ist sich bei dem Fund seines Teams sicher: "Dieser Planet ist der neue beste Kandidat für Bedingungen, die flüssiges Wasser und vielleicht Leben erlauben, wie wir es kennen."

Flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für Leben. Aufgrund der Lage des Planeten in seinem Sonnensystem und der Entfernung zu seiner Sonne könnte der namenlose Planet gemäßigte Temperaturen zu lassen. Diese sind wiederrum notwendig, damit Wasser im richtigen Aggregatzustand vorkommt.

Aber ist Leben auf dem Planeten tatsächlich möglich? Und wie sähe das aus? Die 'Super Erde' liegt 22 Lichtjahre von unserer Erde entfernt und ist viereinhalb Mal so groß. Aufgrund der 'Zwergsonne', die er in nur 28 Tagen umkreist, fällt nach Berechnungen der Forscher ungefähr zehn Prozent weniger Licht auf den Planeten mit der Katalognummer GJ 667C, als auf die Erde. Es handelt sich bei der 'Super-Erde' nicht um einen Gas-Planeten, wie beispielsweise Jupiter einer ist, der als lebensuntauglich gilt.

Sternsystem galt als lebensfeindlich

Ko-Autor Steven Vogt von der Universität Kalifornien in Santa Cruz erläuterte, dass man den Planeten beinahe nicht gefunden hätte: "Dieser Stern wurde als ziemlich unwahrscheinliche Heimat für Planeten angesehen." Die 'Zwergsonne', um die die 'Super-Erde' kreist, gehört zu einem Dreifachsternsystem. Diese Sternsysteme bieten die geringsten Voraussetzungen für notwendige chemische Verbindungen zur Bildung von Gesteinsplaneten.

Jetzt müssen die Forscher umdenken: "Die Entdeckung dieses Planeten, so nah und so früh, legt nahe, dass es in unserer Galaxie nur so wimmelt von Milliarden potenziell bewohnbaren Gesteinsplaneten", so Vogt weiter. Insgesamt sind mit verschiedenen Methoden mehr als 750 Planeten bei anderen Sternen gefunden worden. Der Forscher Guillem Anglada-Escudé von der Carnegie-Institution Washington arbeitet mittlerweile an der Göttinger Universität.