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Sumo-Ringen: 17-jährige Deutsche will Weltmeisterin werden

Sumo-Ringen: 17-jährige Deutsche will Weltmeisterin werden
Jasmin Thienemann reist zur Sumo-Weltmeisterschaft ins japanische Osaka. © dpa, Daniel Reinhardt

"Ich habe bei der WM eine realsitische Chance auf das Siegertreppchen"

Wer an Sumo-Ringen denkt, hat wahrscheinlich übergewichtige japanische Kampf-Kolosse mit etwas weißem Stoff um die Hüften vor Augen. Mit ihren 55 Kilogramm, der schmalen, durchtrainierten Figur und dem zarten Gesicht passt Jasmin Thienemann so gar nicht in dieses Klischee. Und doch ist die 17-Jährige aus dem schleswig-holsteinischen Ahrensbök genau das - eine Sumotori. Und das sehr erfolgreich. "In Vorstellungsrunden fällt man mit diesem Sport schon ziemlich auf", sagt Thienemann.

Ende August reist die Schülerin in das Ursprungsland der Sportart. Im japanischen Osaka will sie Weltmeisterin in ihrer Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm werden. "Ich habe bei der WM eine realistische Chance auf das Siegertreppchen", sagt Thienemann. Eine Medaille sei ihr Ziel. "Dafür trainiere ich seit Monaten hart." Vize-Europameisterin war sie bereits. Im vergangenen Jahr stand sie bei den kontinentalen Meisterschaften erneut auf dem Treppchen. Hinzu kommen mittlerweile drei deutsche Meistertitel.

"Ein Kampf dauert in der Regel höchstens zehn Sekunden"

Jasmin Thienemann im Sumo-Ringkampf
Jasmin Thienemann beim Sumo-Ringen. © dpa, Daniel Reinhardt

Über Judo kam Thienemann zum Sumo-Ringen und fand Gefallen am hohen Tempo. Eins, zwei, drei und schon vorbei - Kämpfe dauern meist nur wenige Sekunden. Dann hat Jasmin ihre Gegnerin entweder aus dem Ring getragen, einfach weggeschoben oder schlicht aufs Kreuz gelegt. Sumo-Ringer taktieren nicht lange. "Ein Kampf dauert in der Regel höchstens zehn Sekunden", sagt sie. "Wenn man anfängt über Techniken nachzudenken, hat man den Wettkampf schnell verloren. Das meiste geschieht automatisiert."

Etwa 200 Sumo-Ringer gibt es nach Verbandsangaben derzeit etwa in Deutschland, Tendenz leicht steigend. "Der Frauenanteil liegt bei 40 Prozent", sagt Heinz Jenkel. Der 64 Jahre alte Vizepräsident des deutschen Sumo-Verbands ist zugleich Jasmins Trainer in Sarkwitz, einem von zwei Stützpunkten des Verbands. Seine Ausbildung hat er in Japan absolviert.

In Japan bekommt es Thienemann mit zehn bis 15 Gegnerinnen zu tun. "Mein Trainer sagt, wir fahren dahin, um zu gewinnen, und nicht nur um dabei zu sein", sagt sie. Auch Jenkel ist optimistisch: "Sie hat dort Chancen, eine Medaille zu holen."

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