2018 M07 20 - 14:25 Uhr

CSU in Umfragewerten von absoluter Mehrheit weit entfernt

Was ist da nur los in Bayern? Oder besser: bei der CSU. Erst geht's gegen die Kanzlerin, und jetzt wird untereinander gestritten: Parteichef Horst Seehofer gegen den noch vor kurzem uneingeschränkt gefeierten Hoffnungsträger, Ministerpräsident Markus Söder. Doch auch nach dessen Machtübernahme ist die Partei von der angestrebten absoluten Mehrheit in den Umfragen weit entfernt. Wie also schon vor der Landtagswahl in Bayern nach einem Schuldigen gesucht wird, haben unsere Reporter ganz exemplarisch im Video zusammengetragen. 

Horst Seehofer muss scharfe Kritik aus den eigenen Reihen einstecken

Doch Innenminister Seehofer bekommt nicht nur von Söder Gegenwind. Der 69-Jähriger muss wegen seiner Flüchtlingspolitik zunehmend scharfe Kritik aus den eigenen Reihen einstecken. So kritisierte Parteikollege Josef Göppel: "Im Streit um Asyl sind Parolen der AfD übernommen worden und in der Wortwahl wurde der bürgerliche Anstand verlassen."

Innerhalb der CSU beklagen insbesondere kirchlich engagierte Kreise, dass in den vergangenen Monaten der Grundton in der öffentlichen Debatte verändert wurde, um Wähler der AfD zurückzugewinnen. Dies aber habe sich für die CSU nicht nur als erfolglos erwiesen, "sondern war auch inhaltlich unangemessen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Denn "die christlichen Grundorientierungen, die bei der CSU im Parteinamen stehen, beinhalten die Selbstverpflichtung, sich einer angemessenen Sprache zu bedienen".

Seehofer setzte lieber auf Ideologie anstelle von Inhalten. CSU-Kollege Stephan Bloch bringt die Stimmung in seiner Partei in der" Rheinischen Post" auf den Punkt: "Die Bundes-CSU hat sehr viel kaputt gemacht." Er sehe manches anders als Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Aber: "Ich zolle ihr Respekt für ihre sachliche Arbeit." Die ist Seehofer zuletzt immer mehr abhanden gekommen.