Südostasien: Angehörige der Passagiere von Air-Asia-Flug QZ8501 sollten auf "das Schlimmste" gefasst sein

04. Januar 2015 - 13:53 Uhr

Experten vermuten verschollene Maschine auf dem Meeresgrund

Flug QZ8501 mit 162 Menschen an Bord bleibt verschwunden. Am Montagabend musste die Suchaktion in Südostasien nach Einbruch der Dunkelheit unterbrochen werden. Der indonesische Vizepräsident Jusuf Kalla riet den Angehörigen, sich auf "das Schlimmste" einzustellen. Experten befürchten, es könne Wochen oder Monate dauern bis die Air-Asia-Maschine gefunden wird.

Angehörige der Passagiere harren fassungslos am Flughafen aus.
Verzweifelte Angehörige harren am Flughafen aus.
© REUTERS, BEAWIHARTA

Dutzende Flugzeuge, Schiffe und Hubschrauber waren den ganzen Tag im Einsatz, um nach der verschollenen Passagiermaschine zu suchen. 100 Seemeilen vor der Insel Belitung wurde zwar eine Ölspur entdeckt, ob es sich dabei um Flug- oder Schiffsbenzin handelt, ist jedoch unklar. Wrackteile wurden bisher nicht gefunden. Ein australisches Suchflugzeug hatte am Morgen Treibgut auf dem Wasser aufgespürt – wie Kalla später bestätigte, stammte es aber nicht von der Maschine. "Wir haben keinerlei Informationen über den Verbleib des Flugzeugs", sagte Tatang Kurniadi, Chef der Transportsicherheitsbehörde.

An Bord von Flug QZ8501 waren 162 Menschen. Der Airbus war am Sonntagmorgen verschwunden, kurz nachdem der Pilot eine Gewitterfront gemeldet und um Erlaubnis für eine Kursänderung gebeten hatte, um das Gebiet zu umfliegen. "Wir gehen davon aus, dass die Maschine auf dem Meeresboden liegt", sagte der Chef der Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo.

"Wenn das stimmt, wird es schwierig sein, sie zu lokalisieren, weil unsere Ausrüstung dafür nicht ausreicht." Flugzeuge sind mit Datenschreibern ausgestattet, die mindestens 30 Tage lang automatische Funksignale aussenden, auch aus Meerestiefen von mehr als 4.000 Metern. Die Suche konzentrierte sich auf eine Region zwischen den Inseln Sumatra und Borneo, nahe den Inseln Bangka und Belitung. Singapur und Malaysia unterstützten die Indonesier. Auch Südkorea wollte sich beteiligen. An Bord waren überwiegend Indonesier, aber auch drei Südkoreaner.

Suche auch an Land

"Wir suchen auch an Land", sagte der Chef der Zivilluftfahrt-Behörde, Djoko Murjatmojo. "Wir können nicht ausschließen, dass die Maschine in Westkalimantan (auf Borneo) oder auf Bangka oder Belitung abgestürzt ist." Das Suchgebiet umfasst fast 13.000 Quadratkilometer, eine Fläche etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Flug QZ8501 war in Surabaya in Indonesien gestartet und sollte gut knapp drei Stunden später in Singapur landen. Dutzende Angehörige harren an den beiden Flughäfen den zweiten Tag aus und warten auf Nachrichten.

Der Funkkontakt brach nach etwa zwei Stunden ab, als die Maschine etwa auf Höhe von Belitung war. Nach bisherigen Angaben setzte der Pilot keinen Notruf ab. Die Maschine gehört 'Indonesia Air Asia', die zu 49 Prozent der Muttergesellschaft Air Asia aus Malaysia gehört. Air Asia ist eine der größten Billigfluglinien der Welt. Seit dem kommerziellen Start 2001 gab es keine nennenswerten technischen Probleme.

Experten befürchten, die Suche könnte sich noch Wochen oder Monate hinziehen. 2009 stürzte eine Air-France-Maschine vor Brasilien ins Meer. Damals dauerte es zwei Jahre, die Aufzeichnungsgeräte zu finden, zu bergen und auszuwerten. Im Fall des im März verschollenen Flugs MH370 von Malaysian Airlines konnte die Absturzstelle bis heute nicht lokalisiert werden.