Südkorea weist Entspannungsvorschläge Nordkoreas zurück

2. Juli 2014 - 7:15 Uhr

Südkorea hat die jüngsten Entspannungsvorschläge Nordkoreas zurückgewiesen und dem Nachbarn Unaufrichtigkeit vorgeworfen. Nordkorea sei unlogisch, wenn es von der Schaffung einer friedlichen Atmosphäre spreche, zugleich aber nicht auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichten wolle, erklärte das Vereinigungsministerium in Seoul. Unterdessen verteidigte Nordkorea seine jüngsten Raketentests gegen internationale Kritik.

Nordkorea sollte nicht nur seine Beleidigungen und Provokationen einstellen, sondern den Streit um sein Atomprogramm beilegen, hieß es in Seoul. Der "spezielle Vorschlag" Nordkoreas vom Montag könne nicht als ehrlich gemeint gelten. In seinem Vorschlag beschuldige Nordkorea den Süden vielmehr "mit unsinnigen Argumenten, die militärischen Spannungen erhöht zu haben".

Nach seinen jüngsten Raketentests hatte Nordkorea überraschend vorgeschlagen, beide Länder sollten jede gegenseitige Verleumdung und feindseligen militärischen Handlungen einstellen. Den Vorstoß verband das kommunistische Regime in Pjöngjang unter anderem mit dem Aufruf, Südkorea müsse auf die geplanten jährlichen Manöver im August mit den verbündeten US-Truppen verzichten. Auf ähnliche Vorschläge Nordkoreas Anfang dieses Jahres hatte Seoul ebenfalls skeptisch reagiert. Seit Anfang des Jahres haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder erhöht.

Nordkorea hatte unter anderem im Februar und März zahlreiche Raketen abgefeuert, darunter auch Scud-Kurzstreckenraketen und zwei Mittelstreckenraketen. Die Tests wurden auch als Antwort auf die südkoreanisch-amerikanischen Frühjahrsmanöver gesehen. Am Sonntag hatte Nordkoreas Militär nach südkoreanischen Angaben erneut zwei Scud-Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern abgefeuert.