Südkorea: US-Botschafter bei Messerattacke verletzt

US-Botschafter Lippert musste mit Schnittwunden ins Krankenhaus gebracht werden.
© dpa, Yonhap

06. März 2015 - 7:24 Uhr

Aktivist griff Gesandten mit großem Küchenmesser an

Ein polizeibekannter südkoreanischer Aktivist hat den US-Botschafter in Seoul bei einer Vortragsveranstaltung mit einem Messer attackiert. Der 42-jährige Gesandte Mark Lippert wurde bei dem Vorfall am Arm und im Gesicht verletzt. "Ich bin okay. Hey Leute, seid nicht beunruhigt", sagte der an der rechten Wange und Hand blutende Diplomat bei der Ankunft in einer Klinik in Seoul vor Journalisten.

Der mutmaßliche Täter habe am Tatort gegen die laufenden Frühjahrsmanöver der Streitkräfte Südkoreas und der USA protestiert und die Wiedervereinigung mit Nordkorea gefordert, berichteten die nationale Nachrichtenagentur Yonhap und mehrere Rundfunksender. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich den Berichten zufolge um einen 55-jährigen Südkoreaner mit Nachnamen Kim, der sich selbst als Aktivist für die Wiedervereinigung mit Nordkorea bezeichnet. Er ist laut Yonhap Mitglied einer linksgerichteten Organisation. Er wurde festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich in einem Gebäude gegenüber der US-Botschaft in der Innenstadt von Seoul. Lippert, der einen Vortrag halten sollte, habe sich gerade zum Frühstück hingesetzt, als er plötzlich von Kim angegriffen worden sei, berichteten Sender unter Berufung auf Augenzeugen. Als Tatwaffe habe dieser ein Küchenmesser mit einer 25 Zentimeter langen Klinge benutzt. Lippert erlitt mehrere Stichwunden, die genäht werden mussten.