Nirgendwo so viele Suizide wie in Südkorea

Südkorea: Sogar beim "Chill-Wettbewerb" unter Stress und Leistungsdruck

9. Januar 2019 - 21:42 Uhr

Südkoreaner setzen sich immer unter Druck

Auszuruhen, mal nichts zu tun – das gehört zum Leben. Ist wichtig, um wieder aktiv und kreativ sein zu können. Das wissen besonders die Menschen in Südkorea, denn ihnen werden kaum Pausen gegönnt. Die Gesellschaft ist höchst leistungsorientiert, in nahezu jeder Hinsicht. Das ganze Leben als Wettbewerb, immer sich mit anderen messen. Ironischerweise auch bei einem Wettbewerb im Chillen! Unsere Reporterin Pia Schrörs hat mitgemacht. Wie es für sie war – im Video!

Protest gegen gesellschaftliche Zwänge

Pia Schrörs
RTL-Reporterin Pia Schrörs (links) ganz entspannt. Zum Sieg hat es leider nicht gereicht.

"Chill-Wettbewerb" mag nach einem Widerspruch klingen, in der Technologie und Hochgeschwindigkeits-Metropole Seoul in Südkorea ist dies nicht so. Um den überarbeiteten und häufig lebensmüden Menschen wenigstens einmal im Jahr die Gelegenheit zu geben, durchzuatmen, wird dort jährlich ein Wettbewerb durchgeführt, der den entspanntesten Südkoreaner kürt.

Hintergrund ist ein Protest gegen die gesellschaftlichen Zwänge in dem stark leistungs- und konsumorientierten Land. In keiner anderen Nation begehen so viele Menschen Selbstmord wie in Südkorea, weil sie sich den Erwartungen nicht mehr gewachsen sehen. Der Druck lastet bereits auf kleinen Schultern, so dass die Regierung ein Unterrichts-Verbot für Kinder und Jugendliche nach 22 Uhr erteilt hat.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Viele Teilnehmer zeigen Symbole, um ihre kritische Haltung zu zeigen. "Ich trage ein Fragezeichen auf dem Kopf, weil ich den Sinn in unserem Leben hier in Südkorea hinterfrage", sagt die RTL-Reporterin. "Für mich war die Zeit eine interessante Erfahrung wenn auch nicht die entspannteste", schmunzelt sie. Soviel sei verraten: gewonnen hat Pia Schrörs nicht.