Südkorea: Korruption mit Schuld an 'Sewol'-Fährunglück

9. Juli 2014 - 9:40 Uhr

Korruption und fahrlässiges Verhalten südkoreanischer Beamter waren mitverantwortlich für das verheerende Fährunglück vor fast drei Monaten vor der Küste des Landes. Zu diesem Zwischenergebnis kam Südkoreas Rechnungshof bei seinen Untersuchungen, wie dortige Medien übereinstimmend berichteten. Beim Untergang der 'Sewol' am 16. April im Südwesten waren rund 300 Menschen ums Leben gekommen. Der Rechnungshof habe im Zuge seiner Untersuchungen bei Ministerien sowie anderen Behörden und Organisationen die Namen von elf Beamten an die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Korruption weitergegeben, hieß es.

"Die zuständigen Behörden genehmigten den Umbau des Schiffes auf der Grundlage gefälschter Daten", zitierte die Zeitung 'The Korea Times' den Rechnungshofbericht. Die Sicherheitsprüfungen seien außerdem unzulänglich gewesen. Die Fähre habe den Hafen vor dem Unglück überladen verlassen. Dem Bericht zufolge hatte die Hafenbehörde in Inchon die Fahrlizenz im März 2013 für die umgebaute Fähre ohne ausreichende Prüfung erteilt. Der Umbau des Schiffes seitens der 'Sewol'-Reederei, um mehr Passagiere aufzunehmen, sei illegal gewesen.