Südkorea: Beliebtes Hundefleisch-Restaurant muss schließen

11. Januar 2015 - 15:09 Uhr

Tierliebe setzt sich durch

Nach mehr als 30 Jahren muss das beliebteste Hundefleisch-Restaurant in Seoul schließen. Denn immer weniger Südkoreaner finden Gefallen an dieser Spezialität. Dabei galt Hundefleisch einst als Delikatesse, weil es besonders gesund sein soll.

Oh Keum-il in ihrem Hundefleisch-Restaurant in Seoul.
Im 'Daegyo' war Hundegeschnetzeltes mehr als 30 Jahre lang eine Spezialität.

Restaurantbesitzerin Oh Keum-il serviert zum letzten Mal Geschnetzeltes vom Hund. Das 'Daegyo' macht dicht, denn die Kunden werden immer weniger. Noch in den 80er Jahren verkaufte sie rund 700 Portionen Hundeeintopf am Tag. Inzwischen sind es weniger als die Hälfte. "Nur die alten Menschen essen noch Hund. Von den jungen Leuten kommt kaum einer hierher. Es gibt eine große Kluft zwischen den Generationen, wenn es um Hundefleisch geht", sagt Oh Keum-il.

Dabei gibt es in Südkorea kein neues Gesetz, das den Verzehr verbietet. Aber immer mehr Menschen halten Hunde als Haustiere. "Hunde werden heutzutage als Familienmitglied wahrgenommen. Sie leben zusammen mit ihren Besitzern in einer Wohnung. Dadurch entsteht eine enge Bindung zwischen Tier und Mensch", erklärt die Tierschützerin Jo Hee-kyung. Inzwischen geht der Trend sogar in die andere Richtung: Statt Hunde in Restaurants zu verzehren, gibt es in Südkorea immer mehr Cafés für die Vierbeiner: Hier können sie sich mit Artgenossen zum Spielen treffen – Streicheleinheiten inklusive.