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Südafrika will Mandela gehen lassen

Südafrika will Mandela gehen lassen

Familie bereitet Abschied vor

Sie singen und tanzen für ihren Nationalhelden, den Vater ihrer Nation – wie sie Nelson Mandela in Südafrika nennen. Hunderte Südafrikaner kommen in diesen Tagen vor das Krankenhaus der Hauptstadt Pretoria, in dem der ehemalige Staatspräsident seit Anfang Juni wegen einer Lungenerkrankung liegt.

Südafrikaner beten für Nelson Mandela
Hunderte Menschen kommen in diesen Tagen vor das Krankenhaus, in dem ihr Nationalheld Nelson Mandela seit Anfang Juni liegt - sie beten und verabschieden sich langsam von ihm.
dpa, Stringer

Doch während sie vor einigen Tagen noch die Hoffnung auf eine baldige Genesung Mandelas hegten, wollen sich die meisten nun vom ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas verabschieden. Auch RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault hat diese Erfahrung gemacht. "Die Stimmung in der Bevölkerung hat sich stark verändert. Während am Anfang viele noch Genesungswünsche an Mandela plakatierten, heißt es jetzt: 'Du hast uns beigebracht selbstlos und vergebend zu sein'", berichtet sie aus Pretoria.

Während auch Regierungsmitglieder den 94-Jährigen am Sterbebett besuchen, hat sich Mandelas Familie in seinem Heimatdorf Qunu versammelt. Laut Medienberichten beraten die Angehörigen darüber, wo der Friedensnobelpreisträger beerdigt werden soll. Die Hoffnung auf eine Genesung Mandelas haben auch sie offenbar längst aufgegeben.

Obama bricht zu Afrika-Reise auf

Indes dankte Präsident Jacob Zuma in einer Erklärung seinen Landsleuten für die Anteilnahme und Unterstützung. Zuma forderte die Öffentlichkeit auf, dem schwer kranken Mandela und seiner Familie in diesen Tagen die "nötige Sensibilität" entgegenzubringen und ihre Privatsphäre zu respektieren.

Offenbar wird deswegen auch ein geplantes Treffen zwischen Mandela und US-Präsident Barack Obama abgesagt. Obama bricht heute zu seiner ersten großen Afrika-Reise auf, doch auch die wird vom kritischen Gesundheitszustand Mandelas überschattet.