Südafrika: Surfer Mick Fanning wehrt Hai-Angriff ab

"Ich habe ihm ein paar auf den Rücken verpasst"

Bei einem internationalen Surfwettbewerb im Südafrikanischen Jeffreys Bay greift ein Weißer Hai Surfer Mick Fanning plötzlich von hinten an. Der 34-Jährige tritt um sich, schwimmt um sein Leben. Fernsehkameras filmen den dramatischen Kampf. Seine Mutter erlebt die Schrecksekunde live vor dem Bildschirm mit.

Südafrika: Surfer Mick Fanning wehrt Hai-Angriff ab
Mick Fanning versucht mit aller Kraft, den Weißen Hai abzuwehren
REUTERS, HANDOUT

Der Australier Mick Fanning ist dreifacher Surfweltmeister, immer auf der Jagd nach der perfekten Welle. Doch dieser Wettkampf ist anders. Fanning wird selbst zum Gejagten. "Ganz plötzlich packte mich da etwas. Der Hai hatte das Fangseil meines Surfbretts gepackt. Ich hab nur noch versucht wegzukommen, aber er ließ nicht locker. Ich habe nur die Rückenflosse gesehen". Das Raubtier zieht ihn von seinem Brett. Eine große Welle verdeckt für die Zuschauer, was dann passiert.

Das Fangseil, das Fanning um seinen Fuß gewickelt hat, reißt – vermutlich seine Rettung. Verzweifelt versucht er, das Ufer zu erreichen, kann nur ahnen, wo der Hai gerade ist. "Ich dachte, das Vieh ist immer noch hinter mir. Was mach ich, wenn er es nochmal versucht? Also hab ich mich umgedreht, damit ich ihn wenigstens kommen sehe. Und auf einmal, bevor ich wusste was los ist, waren auch schon die Boote und Jetskis da". Die Retter ziehen den 34-Jährigen aus dem Wasser, der Wettbewerb wird sofort abgebrochen. Mick Fanning bleibt unverletzt und nimmt es überraschend gelassen. Noch auf dem Rettungsboot gibt er sein erstes Interview und erzählt stolz: "Ich habe ihm ein paar auf den Rücken verpasst"

"Ich dachte, wir haben ihn verloren"

Mick Fanning jedenfalls dürfte der Zwischenfall nicht davon abhalten, wieder auf sein Surfbrett zu steigen, zitierte der australische Sender ‘ABC‘ dessen Manager Ronnie Blakey. Auch wenn der Angriff den Profi erschüttert habe, sei dieser insgesamt gesehen in einer großartigen Position, seinen vierten Weltmeister-Titel in Angriff zu nehmen.

Fannings Mutter Elizabeth Osborne war Zuhause, als der Wettbewerb im Fernsehen lief, wie sie ‘ABC‘ berichtete. “Ich konnte nicht glauben, was ich sah. Ich dachte, wir haben ihn verloren“. Sie habe sofort an ihren anderen Sohn Sean denken müssen, der vor fast 17 Jahren bei einem Autounfall gestorben sei.

In Südafrika gibt es nach Angaben der Naturschutz- und Forschungsorganisation ‘Sharks Board‘ jedes Jahr durchschnittlich sechs Hai-Angriffe auf Menschen. Neben Südafrika fanden die häufigsten Hai-Attacken nach Zählung des Naturkundemuseums in Florida in den USA - in Florida, Kalifornien und South Carolina - sowie in Australien statt. Laut Experten beruhen die Angriffe auf Menschen meist auf Verwechslungen. Das Paddeln klingt für die Haie wie verwundete Beute, die Schwimmbewegungen werden häufig für die von Robben gehalten. “Deshalb kommen Haie durchaus auch mal etwas näher und schauen mal nach, ob es möglicherweise etwas Fressbares ist (…) Es gibt keine Hai-Art, die sich von Menschen ernährt. Tierschutzorganisationen warnen außerdem davor, die Haie gezielt anzufüttern, wie es in Touristenregionen immer wieder geschieht. Das gewöhne die Raubtiere an die Menschen.